Expertenprognose

S&P 500 vor Korrektur? Diese fünf Warnsignale sieht Stratege Paulsen


S&P 500 vor Korrektur? Diese fünf Warnsignale sieht Stratege Paulsen

Nach drei schwachen Börsentagen in Folge warnt ein Experte vor einem Rückschlag von 10 bis 20 Prozent beim S&P 500, ausgelöst durch fünf zusammenlaufende Warnsignale.

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  • Saisonalität, Sentiment und Bewertung sprechen laut Jim Paulsen für Vorsicht
  • Gewinnkonsens für den S&P 500 liegt weit über dem historischen Schnitt
  • Paulsen rechnet mit einer Korrektur von 10 bis 20 Prozent vor Jahresende
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Die US-Leitindizes gaben in den vergangenen Woche an den drei Handelstagen in Folge nach, und für den früheren Strategen an der Wall Street, Jim Paulsen, war das mehr als nur eine normale Verschnaufpause. In seiner Kolumne Paulsen "Perspectives" auf Substack nennt er laut MarketWatch fünf Gründe, warum dem S&P 500 in den kommenden Wochen eine Korrektur von 10 bis 20 Prozent drohen könnte.

Die schwache Börsensaison beginnt

Der September ist seit 1928 im Schnitt der schwächste Börsenmonat des Jahres, der S&P 500 verlor in diesem Zeitraum durchschnittlich rund 1 Prozent, wie Daten von Yardeni Research zeigen. Entscheidend ist dabei weniger die kleine Durchschnittszahl selbst als die Häufung deutlich stärkerer Rückschläge in diesem Monat. Der Oktober fällt im langjährigen Mittel versöhnlicher aus, das Jahrestief wird an den US-Börsen aber historisch häufig zwischen dem 10. und 12. Oktober markiert.

Die Anlegerstimmung ist zu optimistisch

Das Bull/Bear-Verhältnis von Investors Intelligence, ein von Paulsen bevorzugter Stimmungsindikator, lag Mitte August zudem bei 3,88 auf einer Skala von etwa 0,5 bis 5. Werte über 4 gelten historisch als Warnsignal für den Aktienmarkt. Hinzu kommt laut Paulsen, dass sowohl der Kurs als auch der Gewinn je Aktie des S&P 500 nahe an Rekordhochs im Verhältnis zu ihren langfristigen Trendlinien notieren. Der Index lag Mitte August rund 55 Prozent über seinem Nachkriegsdurchschnitt, nur auf dem Höhepunkt der Technologieblase im März 2000 fiel der Aufschlag höher aus.

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Auch die Marktkapitalisierung defensiver Aktien im S&P 500 ist auf 17 Prozent der gesamten Indexkapitalisierung gefallen und damit nahe einem Rekordtief. Der Bull & Bear Indikator von Bank of America lag derweil bei 9,6 von 10 Punkten und signalisiert damit extreme Sorglosigkeit unter Investoren, was Paulsen als Kontraindikator wertet.

Analysten und Anleger erwarten zu viel Gewinnwachstum

Die Konsensschätzung für den Gewinn je Aktie des S&P 500 auf Zwölfmonatssicht liegt fast 90 Prozent über dem Zehnjahresdurchschnitt der tatsächlich ausgewiesenen Gewinne, im Mittel seit 1990 beträgt dieser Aufschlag nach Paulsens Berechnung nur rund 32 Prozent. Savita Subramanian, Leiterin für US-Aktien und quantitative Strategie bei Bank of America, warnt, hohe langfristige Wachstumserwartungen seien historisch "negativ mit künftigen Aktienrenditen korreliert" gewesen. Nach Einschätzung von Bank of America ergibt sich aus der Wachstumsprognose vein Abwärtsrisiko von 7 Prozent für den S&P 500 auf Sicht der kommenden zwölf Monate.

Die Konjunktur könnte enttäuschen

Ein starker US-Dollar, hohe Ölpreise, anhaltende Inflation, eine flacher werdende Zinskurve sowie steigende Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen bremsen laut Paulsen das Wachstum mit einer Verzögerung von etwa sechs bis zwölf Monaten, ergänzt um ein sinkendes Verhältnis von Haushaltsdefizit zu Wirtschaftsleistung und ein langsameres Geldmengenwachstum. Der Bericht von Anfang August über einen unerwarteten Verlust von 23.000 Arbeitsplätzen im Juli dieses Jahres, dem Ökonomen zuvor ein Plus erwartet hatten, könnte laut Paulsen ein erstes Anzeichen dieser Entwicklung gewesen sein.

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Das Gewinnwachstum verliert an Schwung

Die Schätzungen für den Gewinn je Aktie im dritten Quartal 2026 wurden nur noch um 0,89 Prozent angehoben, nach einem Anstieg von 1,16 Prozent im Anschluss an die Zahlen zum ersten Quartal dieses Jahres. Nick Raich vom Analysehaus Earnings Scout mahnt in einer Einschätzung, die positive Dynamik bei den Gewinnschätzungsrevisionen habe etwas nachgelassen. Ein Ende des Bullenmarktes signalisiert eine solche Verlangsamung nach Raichs Lesart aber erst, wenn sie sich über zwei aufeinanderfolgende Quartale bei gleichzeitig steigenden Kursen fortsetzt.

Eine ausgewachsene Rezession erwartet Paulsen trotz allem nicht, da die Bilanzen von Haushalten und Unternehmen solide seien. Seine Prognose lautet stattdessen auf eine Phase ausgeprägter Rezessionsängste, die noch vor Jahresende eine Korrektur des S&P 500 und einen Bärenmarkt im Technologiesektor des Index auslösen könnte. Ob sich dieses Muster bestätigt, dürfte sich am nächsten US-Arbeitsmarktbericht Anfang September zeigen.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Immersion Imagery / Shutterstock.com, Imagentle / Shutterstock.com

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