Siemens Energy-Aktie größter DAX-Verlierer - Das steckt dahinter
Die Siemens Energy-Aktie gerät nach einer Abstufung durch Barclays unter Druck. Die Analysten sehen die Bewertung nahe einem Zyklushoch, erhöhen aber gleichzeitig ihr Kursziel.
Werte in diesem Artikel
- Barclays stuft Siemens Energy von Equal Weight auf Underweight ab
- Kursziel steigt trotzdem von 110 auf 130 Euro
- Grund ist eine Bewertung nahe am Zyklushoch bei Gasturbinen
Die Siemens Energy-Aktie zählt am Dienstag zu den größten Verlierern am deutschen Markt und verliert auf XETRA zeitweise 6,82 Prozent auf 158,82 Euro. Hintergrund ist eine Analystenbewertung.
Warum Barclays von einem Bewertungszenit bei Gasturbinen ausgeht
Die britische Investmentbank Barclays hat das Papier von "Equal Weight" auf "Underweight" abgestuft, das Kursziel aber von 110 auf 130 Euro angehoben. Die Marktkapitalisierung von 145 Milliarden Euro preise eine auf unbestimmte Zeit anhaltende Konjunktur am Zyklushoch ein, zitiert "Investing" die Analysten.
Im Gasturbinengeschäft hat Siemens Energy nach Berechnung von Barclays in den vergangenen sechs Monaten auf das Jahr hochgerechnet Aufträge im Umfang von 50 Gigawatt erhalten und damit mehr als die weltweite Nachfrage in jedem einzelnen Jahr zwischen 2017 und 2023. Die nachhaltige mittelfristige Nachfrage auf dem globalen Gesamtmarkt schätzen die Analysten dagegen nur auf 80 bis 90 Gigawatt pro Jahr, rund 15 Prozent unter dem aktuellen Tempo. Dank eines gestiegenen Marktanteils von etwa 40 Prozent (verglichen mit einem historischen Durchschnitt von 25 bis 27 Prozent) konnte sich Siemens Energy davon zwar ein großes Stück sichern, eine Normalisierung ist laut Barclays jedoch wahrscheinlich. Zusätzlich hätten große Hersteller von Gasturbinen und -motoren in den vergangenen 15 bis 18 Monaten Aufträge und Reservierungen für Rechenzentren von mehr als 70 Gigawatt eingesammelt, was den Bedarf für die kommenden drei bis vier Jahre bereits weitgehend abdecke.
Freier Cashflow soll bereits 2026 seinen Höhepunkt erreichen
Barclays rechnet damit, dass der auf das Eigenkapital entfallende freie Cashflow im Geschäftsjahr 2026 mit rund 7,62 Milliarden Euro seinen Höhepunkt erreicht und danach wieder sinkt, wobei rund zwei Drittel davon aus Veränderungen des Working Capital stammen sollen. Ab 2028 könnte sich das Nettoumlaufvermögen den Analysten zufolge zu einem spürbaren Gegenwind entwickeln. Als zusätzliche Belastung nennt Barclays eine zum Marktwert bewertete Verpflichtung von rund 5 Milliarden US-Dollar, die aus der vereinbarten Aufstockung des Anteils an Siemens Energy Indien auf 51 Prozent bis 2028 resultiert.
Bewertungsabschlag gegenüber GE Vernova
Auf bereinigter Basis handelt Siemens Energy nach Berechnung von Barclays mit einem Abschlag von 20 bis 35 Prozent gegenüber dem US-Wettbewerber GE Vernova, gemessen an der erwarteten Free-Cashflow-Rendite und dem Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA. Dieser Abschlag falle damit deutlich geringer aus, als Standardvergleiche nahelegen würden. Als Aufwärtsrisiken für die eigene Einschätzung nennen die Analysten eine möglicherweise überdurchschnittliche Margenentwicklung im Netzgeschäft sowie mögliche neue Mittelfristziele von Siemens Energy für das Jahr 2030.
Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Siemens Energy AG
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 09:51 | Siemens Energy Underweight | Barclays Capital | |
| 03.07.26 | Siemens Energy Outperform | RBC Capital Markets | |
| 30.06.26 | Siemens Energy Outperform | Bernstein Research | |
| 30.06.26 | Siemens Energy Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 30.06.26 | Siemens Energy Buy | Deutsche Bank AG |
