EZB-Direktor Mersch rät von Senkung des Einlagensatzes ab


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--EZB-Direktor Mersch hat vor einer weiteren Senkung des Bankeinlagensatzes der Europäischen Zentralbank (EZB) gewarnt. "Wir wissen sehr wenig darüber, ab welchem Punkt der Umkehrzins erreicht wäre", sagte Mersch der Financial Times. Er bezog sich dabei auf die Annahme, dass Banken ab einer bestimmten Zinskonstellation ihre Kreditvergabe nicht mehr wie von der Zentralbank beabsichtigt ausweiten, sondern einschränken. Das würde die Übertragung des geldpolitischen Signals gefährden.

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Der Bankeinlagensatz liegt bei minus 0,50 Prozent. Die Banken sind nicht ohne weiteres in der Lage, diese Zinsbelastung an ihre Kunden weiterzugeben, was dem Zinsertrag für sich genommen mindert. Mersch sagte, er würde ungern um jeden Preis die Zinsuntergrenze austesten, da sich diese von Land zu Land unterscheiden könnte. "Ich glaube, wir sollten dabei auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Zentralbank nicht aus den Augen verlieren", sagte er. Prinzipiell sei das Zinsinstrument aber noch vorhanden.

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DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

November 25, 2020 04:13 ET (09:13 GMT)

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