EZB-Direktorin: PEPP-Wochendaten nicht überbewerten
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat davor gewarnt, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) wöchentlich veröffentlichten Daten zu den Nettoanleihekäufen im Rahmen des Pandemiekaufprogramms PEPP zur Schätzung eines voraussichtlichen Monatskaufvolumens zu verwenden. "Ein Grund ist die unterschiedliche Zahl von Handelstagen in den einzelnen Monaten - identische Monatsvolumina könnten mit unterschiedlichen Wochenvolumina einhergehen", schrieb Schnabel im Kurznachrichtendienst Twitter.
Als weiteren Grund nannte die für Marktoperationen zuständige EZB-Direktorin Unterschiede beim Volumen der Fälligkeiten. "Fällig gewordene Anleihebestände werden normalerweise im selben Monat ersetzt, aber nicht unbedingt in derselben Woche, vor allem, wenn sie groß sind", schrieb sie. Hohe Fälligkeiten zu Monatsbeginn gingen oft mit höheren Nettokäufen zum Monatsende einher.
Das Niveau der Nettokäufe ergibt sich aus den Bruttokäufen abzüglich der fällig gewordenen Anleihen. Anfang des Monats hatten sich Analysten irritiert über das geringe Nettovolumen der wöchentlichen PEPP-Käufe von jeweils rund 12 Milliarden Euro geäußert.
Zwar beinhaltet das PEPP keinen Zielwert für die Ankäufe, doch hatten EZB-Offizielle zeitgleich ihre Sorge über die gestiegenen Anleiherenditen und deren mögliche Auswirkungen für die Finanzierungsbedingungen von Realwirtschaft und Staaten ausgedrückt. Die EZB hat diese Finanzierungsbedingungen zum "Kompass" ihrer Geldpolitik erklärt.
In der vergangenen Woche hat der EZB-Rat für das zweite Quartal eine deutliche Aufstockung der Käufe beschlossen. Am Montag hat die EZB für die Woche zum 14. März Nettoanleihekäufe von 14 Milliarden Euro gemeldet. Analysten schätzen, dass die EZB ab der nächsten Woche PEPP-Käufe von durchschnittlich 20 Milliarden Euro melden wird.