EZB-Direktorin Schnabel sieht Inflationsrisiken und fordert höhere Zinsen


FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Isabel Schnabel, hat sich für höhere Leitzinsen zur Eindämmung der Inflationsrisiken ausgesprochen. Beim aktuellen Leitzins sei es unwahrscheinlich, dass die Inflation mittelfristig auf das anvisierte Ziel zurückkehre, sagte Schnabel in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Daher wird eine weitere Straffung erforderlich sein."

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Nach Ansicht von Schnabel ist eine Zinserhöhung zudem notwendig, um "frühzeitig zu verhindern, dass Zweitrundeneffekte auftreten". Dabei können höhere Energiekosten die Produktion von Waren verteuern und damit die Inflation weiter anheizen. Eine verzögerte Zinserhöhung könnte dazu führen, dass künftig eine noch stärkere Straffung der Geldpolitik notwendig werden könnte, warnte die EZB-Direktorin.

Wegen erhöhter Energiekosten infolge des Iran-Kriegs ist die Inflation im Euroraum über das von der EZB anvisierte Ziel von mittelfristig zwei Prozent gestiegen. Laut jüngsten Daten lag die Teuerung im Juli bei 2,9 Prozent.

Die EZB-Direktorin sieht zudem bei den Kosten für Erdgas "erhebliche Aufwärtsrisiken für die Inflation". Die Entwicklungen beim Erdgas seien angesichts der niedrigen Speicherstände in Europa "besonders besorgniserregend", sagte sie. Der Preis für europäisches Erdgas ist in den vergangenen Wochen wegen der zunehmenden Sorge, dass eine Normalisierung der Lieferungen von Energierohstoffen aus den Fördergebieten am Persischen Golf vorerst nicht möglich ist, stark gestiegen.

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Die EZB hatte die Leitzinsen zuletzt im Juni angehoben um 0,25 Prozentpunkte. Der am Markt beachtete Einlagenzins liegt aktuell bei 2,25 Prozent. Die nächste Zinssitzung ist am 10. September./jkr/stk

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