Adobe-Aktie fällt: Chakravarthy wird neuer CEO - Produktchef geht
Adobe kündigt einen Führungswechsel an der Konzernspitze an: Anil Chakravarthy löst Langzeit-CEO Shantanu Narayen ab. Zeitgleich verlässt ein weiterer Manager das Unternehmen.
Werte in diesem Artikel
- Narayen wechselt nach 18 Jahren als CEO in die Rolle des Executive Chair
- Chakravarthy übernimmt die Konzernspitze zum Amtsantritt im Dezember
- Wadhwanis Abschied und die Zahlenvorlage sorgen für zusätzliche Nervosität
Die Adobe-Aktie gerät nach der Ankündigung eines Führungswechsels an der Konzernspitze unter Druck: Der Softwarekonzern teilte mit, dass Anil Chakravarthy zum 1. Dezember die Nachfolge von Shantanu Narayen als President und CEO antritt. Narayen wechselt nach mehr als 18 Jahren als CEO in die Rolle des Executive Chair.
Wechsel an der Konzernspitze
Adobe gab die Personalie am Donnerstag bekannt: Anil Chakravarthy übernimmt zum Amtsantritt im Dezember die Position als President und CEO und erhält zugleich einen Sitz im Board of Directors. Ein von Frank Calderoni geleiteter Sonderausschuss habe laut Unternehmensangaben einen mehrmonatigen Auswahlprozess durchgeführt, bevor der Verwaltungsrat die Ernennung einstimmig beschloss. Narayen, der Adobe seit 1998 diente und das Unternehmen seit 2007 als CEO führte, wechselt in die Rolle des Executive Chair und soll den Angaben zufolge eng mit Chakravarthy zusammenarbeiten, um den Übergang sowie die laufende Transformation von Adobe zu begleiten. Bereits im März hatte Adobe angekündigt, dass Narayen sein Amt niederlegen werde, sobald ein Nachfolger feststehe.
Chakravarthy kam im Januar 2020 als Executive Vice President zu Adobe und übernahm die Leitung des Digital-Experience-Geschäfts, bevor er im Dezember 2021 zum Präsidenten von Digital Experience und Worldwide Field Operations aufstieg. Unter seiner Führung habe sich das Customer-Experience-Orchestration-Geschäft laut Unternehmensangaben zu einem Branchenführer entwickelt, unter anderem durch die Integration der Zukäufe Workfront und Semrush. Vor seiner Zeit bei Adobe leitete er vier Jahre lang als CEO das Datenmanagement-Unternehmen Informatica und war zuvor bei Symantec, VeriSign sowie McKinsey & Company tätig.
Adobe-Aktie unter Druck
Die Adobe-Aktie reagiert im NASDAQ-Handel am Freitag mit Abgaben auf die Ankündigung. So geht es zeitweise 6,05 Prozent auf 268,46 US-Dollar nach unten. Reuters ordnet den Führungswechsel in eine Phase ein, in der Adobe einer neuen Welle von KI-Konkurrenten begegnen müsse, die die Stellung seiner Design-Software herausfordern; das Unternehmen setzt zunehmend auf KI-Werkzeuge wie Firefly, um seine Position gegenüber Herausforderern wie Figma und Canva zu behaupten.
Am Freitag wurde zudem bekannt, dass David Wadhwani, der knapp fünf Jahre das Kreativ- und Produktivitätsgeschäft von Adobe leitete, das Unternehmen verlässt. Wadhwani teilte den Schritt in einem LinkedIn-Beitrag mit; er galt zuvor unter anderem wegen seiner Rolle beim geplanten Kauf des Design-Unternehmens Figma, den Aufsichtsbehörden 2023 untersagten, als möglicher CEO-Kandidat.
Analysten uneinig für die Adobe-Aktie
Die Analystengemeinde bewertet Adobe uneinheitlich. Im TipRanks-Konsens von 29 Analysten liegt die Einschätzung für Adobe bei neutral, mit 9 Kaufempfehlungen, 16 Halteeinstufungen und 4 Verkaufsempfehlungen. Das mittlere Kursziel beträgt 262,71 US-Dollar, die Spanne reicht von 187,50 bis 385,00 US-Dollar. Investing.com ordnete ein, dass die Kombination aus CEO-Nachfolge, dem Abgang Wadhwanis, der gespaltenen Analystenmeinung und der bevorstehenden Zahlenvorlage die Aktie belaste, weil der Markt klarere Belege dafür verlange, dass Adobe künstliche Intelligenz von einer Wettbewerbsbedrohung in einen Wachstumsmotor verwandeln könne.
Adobe legt die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal am 10. September vor.
Martina Köhler, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
Ausgewählte Hebelprodukte auf Adobe
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Adobe
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Ken Wolter / Shutterstock.com