GdW fordert wegen hoher Gaspreise Hilfen für Wohnungswirtschaft, Mieter
BERLIN (Dow Jones)--Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen und ihre Mieter sind einer neuen Umfrage zufolge angesichts der Gaspreiserhöhungen und der zusätzlichen Gasumlage von einem massiven Preisschock bis hin zur Insolvenz bedroht. Laut einer Umfrage des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW könnten gut ein Drittel der Wohnungsunternehmen die Gaspreissteigerungen nicht aus eigener Liquidität bewältigen und bräuchten staatliche Hilfen. Nötig seien daher staatliche Bürgschaften für Unternehmen und eine sozial gestaffelte Energiehilfe für bedürftige Haushalte.
"In dieser gefährlichen Krisensituation verstehen wir nicht die zögerliche Haltung der Regierung, die dazu führt, dass Bürger und Unternehmen verunsichert werden. Denn es sind von Seiten der Politik derzeit keine Regelungen in Sicht, mit denen die finanziell massiv betroffenen Menschen und Unternehmen wirksam entlastet werden können", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko. Mieter und Wohnungsunternehmen seien bislang gerade von Seiten des Bundeswirtschaftsministeriums "mit Steinen statt Brot" abgespeist worden.
"Es müssen jetzt unverzüglich Bürgschaften von staatlicher Seite ermöglicht werden, um die jetzt schon in ihrer Existenz bedrohten Wohnungsunternehmen zu retten und ihre Mieter mit vielfach niedrigen Einkommen ebenfalls vor dem finanziellen Ruin zu schützen", so Gedaschko.
Laut der GdW-Umfrage können 38 Prozent der Wohnungsunternehmen die Gaspreissteigerungen nicht aus eigener Liquidität bewältigen und brauchen staatliche Hilfen. In den ländlich geprägten Regionen Ostdeutschlands sei die Situation mit 47 Prozent der Wohnungsunternehmen dramatischer als in Westdeutschland, wo aber auch bereits 32 Prozent der Unternehmen nicht über die finanziellen Mittel für die massiven Kostensprünge verfügten.
Existenzbedrohend könne die Situation demnach für 22 Prozent der sozial orientierten Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland werden - davon 39 Prozent in Ostdeutschland. Sie könnten die Kosten nicht durch die Aufnahme zusätzlicher Kredite bewältigen und bräuchten staatliche Hilfen, so der GdW.
Zudem sei eine pauschalierte und sozial gestaffelte Energiehilfe für einkommensschwächere Haushalte unabhängig von ihrer Wohnform dringend notwendig.