Gebot der Staatsferne

ProSiebenSat.1-Aktie in Rot: Medienaufseher besorgt angesichts höherer Berlusconi-Beteiligung


ProSiebenSat.1-Aktie in Rot: Medienaufseher besorgt angesichts höherer Berlusconi-Beteiligung

Die Rundfunkaufseher der bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM) sehen die mögliche Anteilsaufstockung des Engagements der Familie Berlusconi beim Medienkonzern ProSiebenSat.1 kritisch.

Werte in diesem Artikel
Aktien

3.41 EUR 0.01 EUR 0.35 %

"Im Medienstaatsvertrag ist das Gebot der Staatsferne und damit das Verbot der Staatsnähe festgeschrieben", sagte BLM-Präsident Thorsten Schmiege der Finanzzeitung "Börse Online" (Donnerstag, 19. Januar). Der italienische Berlusconi-Medienkonzern Media For Europe (MFE) hatte im November Pläne bekanntgegeben, die Beteiligung auf bis zu 29,9 Prozent der Stimmrechte erhöhen zu wollen. Zuletzt hielten die Italiener rund 22,7 Prozent.

Werbung

Im Dezember hatte die BLM mit Blick auf die aktuelle Beteiligung mitgeteilt, dass "bei dem derzeitigen Beteiligungsanteil von 22,72 Prozent keine Anhaltspunkte für einen der Beherrschung vergleichbaren Einfluss der MFE auf die ProSiebenSat.1 Media SE-Gruppe" vorliege - "etwa durch personelle Verflechtungen auf Leitungsebene, Zustimmungs­vorbehalte oder enge Zulieferbeziehungen."

Schmiege sagte nun zu "Börse Online", sollten sich die MFE-Aufstockungspläne konkretisieren, müsste die BLM prüfen, ob damit gegen das Staatsferne-Gebot verstoßen werde. "Silvio Berlusconi ist ein italienischer Senator und führende Kraft in einer an der italienischen Regierung beteiligten Partei. Insofern ist die Gefahr der Einflussnahme auf die TV-Programme der Sendergruppe im Blick zu behalten."

Läge in der Überschreitung der 25-Prozent-Schwelle ein Verstoß gegen das Staatsferne-Gebot vor, drohe eine der wesentlichen Zulassungsvoraussetzungen für alle Sender zu entfallen, erklärt der BLM-Präsident weiter. "Die BLM kann zudem eine gesellschaftsrechtliche Zusammensetzung des Anbieters festlegen, die keinem Anbieter einen maßgeblichen Einfluss in den Organen der Gesellschaft ermöglicht, oder auch die Stimmrechtsbeschränkung in Programmfragen."

Werbung

Im XETRA-Handel verlor die ProSieben-Aktie am Donnerstag schlussendlich 1,97 Prozent auf 9,36 Euro.

/mis/edh

MÜNCHEN (dpa-AFX)

Bildquellen: Jan Pitman/Getty Images, Holger Rauner © ProSiebenSat.1 Media AG

Aktuelle ProSiebenSat.1 Media Aktie News

Werbung

ProSiebenSat.1 Media Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für ProSiebenSat.1 Media nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
DatumRatingAnalyst
14.05.26 ProSiebenSat1 Media SE Equal Weight Barclays Capital
13.05.26 ProSiebenSat1 Media SE Underperform Bernstein Research
20.04.26 ProSiebenSat1 Media SE Hold Deutsche Bank AG
02.04.26 ProSiebenSat1 Media SE Halten DZ BANK
31.03.26 ProSiebenSat1 Media SE Market-Perform Bernstein Research