Goldman und China

Gerresheimer-Aktie springt an: Goldman-Meldung und China-Werk wecken Fantasie


Gerresheimer-Aktie springt an: Goldman-Meldung und China-Werk wecken Fantasie

Nach einem Verlust von fast der Hälfte auf Jahressicht erholt sich die Gerresheimer-Aktie kräftig, getragen von einer Goldman Sachs-Meldung und einem neuen Werk in China.

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Aktien

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Gerresheimer-Aktie erholt sich deutlich

  • Gerresheimer-Aktie erholt sich deutlich von ihrem schwachen Jahresverlauf
  • Goldman Sachs hält rund 20 Prozent der Stimmrechte, viel davon über Instrumente
  • Ein neues Werk in China verdoppelt die Kapazität für injizierbare Verpackungen
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Die Gerresheimer-Aktie springt am Montag im XETRA-Handel zeitweise um 7,31 Prozent auf 28,2 Euro und arbeitet sich damit weiter von ihren Tiefstständen weg. Das Papier des Düsseldorfer Spezialisten für Pharmaverpackungen hat auf Jahressicht rund 47 Prozent verloren, weshalb schon eine Handvoll positiver Meldungen genügt, um die Anlegerfantasie zu wecken. Zwei Themen tragen die Erholung: eine Stimmrechtsmeldung von Goldman Sachs und ein neues Werk in China. Einen einzelnen harten Auslöser am heutigen Tag gibt es dagegen nicht.

Gerresheimer-Aktie: Goldman Sachs sorgt für Aufmerksamkeit

Für Gesprächsstoff sorgt vor allem der Aktionärskreis. Goldman Sachs hat im Juni die Meldeschwellen nach dem Wertpapierhandelsgesetz überschritten und kommt inzwischen auf rund 20 Prozent der Stimmrechte. Als Beleg für ein Vertrauensvotum taugt das allerdings nur bedingt. Ein Großteil der Position entfällt auf Finanzinstrumente statt auf echte Aktien, und die Bank stellt in ihren Pflichtmeldungen ausdrücklich klar, dass der Aufbau im Rahmen der üblichen Kundenbetreuung erfolgt und sie weder Einfluss auf die Unternehmensführung noch auf die Kapitalstruktur nehmen will. Für den Markt ist die hohe Quote dennoch ein Signal erhöhter Sichtbarkeit und zusätzlicher Liquidität.

Neues Werk in China verdoppelt die Kapazität

Handfester ist der operative Fortschritt. Am 23. Juli nahm der MDAX-Konzern im chinesischen Zhenjiang Dagang ein neues Werk für pharmazeutische Primärverpackungen aus Glas in Betrieb und verdoppelt damit auf einen Schlag seine Kapazität für injizierbare Arzneimittel im Wachstumsmarkt China. Rund 300 Arbeitsplätze entstehen, es ist bereits das vierte Werk dieser Art im Land und Teil eines seit 20 Jahren laufenden Gemeinschaftsunternehmens vor Ort. Rückenwind liefert die strukturell steigende Nachfrage nach Behältnissen für injizierbare Biologika, zu denen auch die stark gefragten Abnehmspritzen zählen.

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Die Sanierung ist noch nicht abgeschlossen

Bei aller Erleichterung bleibt viel zu tun. Hinter Gerresheimer liegt ein schwieriges Jahr mit bilanziellen Unregelmäßigkeiten, die inzwischen aufgearbeitet sind und in einem verspäteten, nun aber vorgelegten Jahresabschluss 2025 mündeten. Parallel treibt der Konzern den Verkauf seiner US-Tochter Centor voran und muss seine Finanzierung ordnen. Ein Schuldscheindarlehen über 870 Millionen Euro läuft bis Ende September 2026, wichtige Kreditauflagen sind vorübergehend ausgesetzt. Entsprechend vorsichtig bleiben die Analysten. Im Schnitt trauen sie der Aktie nur 25,63 Euro zu, also weniger als den aktuellen Kurs.

Ob die Erholung mehr ist als ein technisches Aufbäumen, dürften die nächsten Wochen zeigen. Dann steht die nächste Quartalsmitteilung an, und auch beim Verkauf von Centor und der Anschlussfinanzierung wird sich weisen, wie belastbar die Wende ist.

Julia Walter, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Daniel Gebauer / Gerresheimer AG

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13:31 Gerresheimer Sell UBS AG
03.07.26 Gerresheimer Hold Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
01.07.26 Gerresheimer Market-Perform Bernstein Research
30.06.26 Gerresheimer Hold Deutsche Bank AG
19.05.26 Gerresheimer Hold Jefferies & Company Inc.