Grüne für harte Regulierung von Investmentfirmen wie BlackRock
BERLIN (Dow Jones)--Der Grünen-Finanzpolitiker Sven Giegold hat sich für eine harte Regulierung von Investmentfirmen ausgesprochen. "Was die großen Asset-Manager inzwischen an Marktanteilen haben, hat mit sozialer Marktwirtschaft nicht mehr viel zu tun. Blackrock, State Street und Vanguard sind eigentlich ein Fall für das Bundeskartellamt", sagte der Europaabgeordnete dem Handelsblatt.
Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen müsse der Fokus stärker auf diese Akteure gerichtet werden. "Diese Investmentunternehmen sind ja inzwischen in allen DAX-Konzernen große Anteilseigner, auch bei denen, die in Wettbewerb zueinanderstehen und voneinander abhängig sind", sagte Giegold. "Daraus können Interessenkonflikte entstehen, die den Wettbewerb stören und damit den jeweiligen Kunden schaden."
Dass Blackrock wiederum mit Blick auf die Bundestagswahl eine mögliche Regierungsbeteiligung der Grünen positiv sieht, kann Giegold aus ökonomischer Sicht nachvollziehen. Zuvor hatte der Zeitung zufolge der Blackrock-Manager Martin Lück die Erwartung geäußert, dass mit den Grünen als Regierungspartei die Austeritätspolitik in der EU "vermutlich unwahrscheinlicher" würde. Damit würde auch das Risiko geringer, dass die Kapitalmärkte destabilisiert werden könnten.
Giegold sagte dazu: "Inzwischen ist auch die Mehrzahl der Ökonomen in Deutschland der Meinung, dass wir vor allem mehr Investitionen brauchen und erst in zweiter Linie wieder die Haushalte ausgleichen müssen." Blackrock solle sich aber nicht zu früh freuen. Bisher sei deren Marktmacht von der Politik weitgehend kommentarlos hingenommen worden. "Eine grün geprägte Finanzmarktpolitik würde sie unter besondere Beobachtung stellen."
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June 28, 2021 09:16 ET (13:16 GMT)