Take Two-Aktie klettert: Netflix-Auftritt zu GTA 6 lässt Leak-Sorgen abklingen
Mithilfe eines Netflix-Vorabausschnitts zu GTA VI kann Spieleentwickler Take Two die Kontrolle über den Launch des Spiels zurückgewinnen, nachdem Leaks wochenlang für Unruhe gesorgt hatten.
Werte in diesem Artikel
- Rockstar und Netflix zeigen erstmals gemeinsam bewegtes Material zu GTA VI
- Leak-Gruppe CyberLeek hatte zuvor unautorisiert Spielszenen verbreitet
- Analysten bleiben trotz Turbulenzen nahezu geschlossen bei Kaufeinstufungen
Die Take Two-Aktie rückt in den Fokus, nachdem Rockstar Games und Netflix am Donnerstag exklusiv einen erweiterten Blick auf das langerwartete Spiel Grand Theft Auto VI gezeigt haben. Der Auftritt sollte die Wogen nach wochenlangen Leak-Turbulenzen glätten und die narrative Kontrolle über den Launch zurückgewinnen. Der Starttermin am 19. November wurde im Zuge des Events erneut bestätigt.
Netflix-Exklusiv als Antwort auf die Leak-Krise
Rockstar Games, eine Tochter von Take Two, zeigte gemeinsam mit Netflix ein 27-minütiges Video zu Grand Theft Auto VI, das Netflix als "erste Partnerschaft dieser Art" bezeichnete. Sechs Stunden lang lief das Material exklusiv auf der Streaming-Plattform, bevor es auf Rockstars YouTube-Kanal und der GTA-Website öffentlich wurde. Gezeigt wurden Überfälle der Hauptfiguren Jason Duval und Lucia Camino auf Kioske, Juweliere und Diner sowie Verfolgungsjagden mit der Polizei im fiktiven, an Florida angelehnten Bundesstaat Leonida.
Dem Auftritt vorausgegangen waren unautorisierte Gameplay-Leaks einer Gruppe namens CyberLeek, die seit dem 18. August Videomaterial aus einer offenbar spielbaren Version des Spiels verbreitet hatte. Take Two geht juristisch gegen die Quelle vor und erwirkte Vorladungen gegen Microsoft und den Kommunikationsdienst Discord, zusätzlich reichte das Unternehmen DMCA-Aufforderungen gegen beide Unternehmen ein. Rockstar Games äußerte sich am Mittwoch erstmals öffentlich zu den Vorfällen: Es sei "niederschmetternd" für das Team gewesen, dass Gameplay-Videos auf diese Weise durchgesickert seien, und dies sei nicht die vorgesehene Art gewesen, das Spiel zu präsentieren. In einer weiteren Mitteilung entschuldigte sich das Studio für mögliche Spoiler und bat die Fans, bis zum Launch im November zu warten.
Take Two-Aktie zwischen Kursdruck und Analystenvertrauen
Die Leak-Krise hatte spürbare Spuren an der Börse hinterlassen: Die Aktie von Take Two sank im Zeitraum zwischen dem 18. und 26. August um 4 Prozent. Seit Jahresbeginn ging es für das Papier neun Prozent nach unten. Am Freitag geht es jedoch aufwärts für die Take Two-Aktie: Sie steigt im NASDAQ-Handel zeitweise 0,34 Prozent auf 233,79 US-Dollar.
Analysten bewerten das Papier trotz der Turbulenzen mehrheitlich positiv: 17 von 17 bei TipRanks erfassten Häusern stufen die Aktie mit Buy oder vergleichbar ein. Das mittlere Kursziel bei 293,73 US-Dollar, die Spanne reicht von 270 bis 313 US-Dollar.
Prognose steht und fällt mit GTA VI
Take Two hatte am 7. August im Rahmen der Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 die Prognose für die Net Bookings von 8,0 bis 8,2 Milliarden US-Dollar bekräftigt, getragen vor allem vom GTA-VI-Launch im November. Die Nettobuchungen im ersten Quartal lagen mit 1,39 Milliarden US-Dollar leicht über der eigenen Prognosespanne, während sich der GAAP-Nettoverlust auf 34,1 Millionen US-Dollar ausweitete, nach 11,9 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Ursache war unter anderem eine Wertminderung von 43,4 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit der Einstellung eines unangekündigten Drittanbieter-Titels.
Ob sich die positive Resonanz auf das Netflix-Material in nachhaltigem Anlegervertrauen niederschlägt, dürfte sich mit dem Fortgang des juristischen Vorgehens gegen die Leak-Quelle und mit weiteren Informationen zum Launch zeigen.
Martina Köhler, Julia Walter, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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