Hausärzte: Videoanbieter bremsen statt Telefon-Krankschreibung kippen


BERLIN (dpa-AFX) - In der Debatte um strengere Regeln für Krankschreibungen fordert der Hausärztinnen- und Hausärzteverband ein Vorgehen gegen Anbieter von Videosprechstunden statt die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Die Bundesvorsitzende des Verbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth, sagte der "Rheinischen Post", die geplanten Änderungen seien "reine Symbolpolitik" und würden weder den Krankenstand senken noch Missbrauch verhindern.

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Ginge es wirklich darum, Betrug zu bekämpfen, müsse man den "Wildwuchs" bei Videosprechstunden-Anbietern begrenzen, die teils aggressiv mit schnellen Krankschreibungen werben. "Wenn irgendwo großes Missbrauchspotenzial liegt, dann bei anonymen Plattformen, die damit Profit machen und ihre Kunden nicht einmal kennen. Dort ist Betrug Tür und Tor geöffnet und nicht in unseren Praxen!", so Buhlinger-Göpfarth. Die telefonische Krankschreibung berge dagegen nicht mehr Missbrauchspotenzial als ein Praxisbesuch, da sie daran gebunden sei, dass die Praxis die Patientinnen und Patienten kenne.

Union und SPD wollen Krankmeldungen nach hohen Fehlzeiten in Unternehmen erschweren. Künftig soll als gesetzliche Regel gelten, dass Beschäftigte bereits ab dem ersten Fehltag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen müssen, statt wie bisher in der Regel ab dem vierten Tag. Die seit Ende 2023 unter Bedingungen mögliche telefonische Krankschreibung soll wieder abgeschafft werden. Kanzler Friedrich Merz (CDU) begründete die Pläne mit zu vielen Krankentagen. Ärztevertreter hatten vor mehr Andrang in Praxen und höheren Ansteckungsrisiken in Wartezimmern gewarnt./mxx/DP/zb

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