IAB: Deutsches Arbeitsvolumen steigt im 1Q - Produktivität sinkt


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Erwerbstätigkeit in Deutschland ist im ersten Quartal erneut gestiegen. Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitteilte, nahm das Arbeitsvolumen aber etwas weniger stark zu, weil die Arbeitnehmer im Durchschnitt etwas weniger arbeiteten. Laut IAB stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,0 Prozent auf 45,6 Millionen. Die Arbeitszeit je erwerbstätiger Person sank aber um 0,1 Prozent auf 345,1 Stunden, und das Arbeitsvolumen nahm um 0,9 Prozent auf 15,7 Milliarden Stunden zu. Saison- und kalenderbereinigt stieg die Arbeitszeit je erwerbstätiger Person im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent.

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"Trotz der Rezession wurde weiter Beschäftigung aufgebaut und knappes Personal gehalten", erklärte Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs "Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen". Die Stundenproduktivität sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,0 Prozent. Weber sagt weiter: "Nachdem die Produktivität schon zu Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich gesunken war, sackt sie Anfang 2023 noch einmal ab. Die Inflation drückt auf den Konsum, die hohen Energiepreise lassen die Produktion sinken."

Die Teilzeitquote stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,4 Prozentpunkte und lag bei 38,8 Prozent. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten nahm mit 2,1 Prozent deutlich stärker zu als die der Vollzeitbeschäftigten mit 0,6 Prozent. Laut IAB konzentrierte sich der Beschäftigungszuwachs auf Branchen mit einem hohen Teilzeitanteil, wie das Gastgewerbe oder der Bereich Erziehung und Unterricht.

Gegenüber dem Vorjahresquartal sanken die bezahlten und unbezahlten Überstunden im ersten Quartal um 0,2 beziehungsweise 0,3 Stunden. Im Durchschnitt waren es 3,2 bezahlte und 4,0 unbezahlte Überstunden je beschäftigtem Arbeitnehmer. Die Beschäftigten bauten 0,8 Stunden von ihren Guthaben auf Arbeitszeitkonten ab. Im Vorjahresquartal waren es 1,3 Stunden gewesen.

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Der Krankenstand lag im ersten Quartal mit einem neuen historischen Höchststand von 7,11 Prozent nochmal über dem bereits sehr hohen Niveau des Vorjahresquartals von 6,36 Prozent. "Deutlich mehr Beschäftigte, Kurzarbeit weitgehend normalisiert - aber wegen des Rekordkrankenstands wird in Deutschland immer noch weniger gearbeitet als vor der Covid-19-Pandemie", so Weber.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/brb

(END) Dow Jones Newswires

June 06, 2023 04:25 ET (08:25 GMT)

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