ifo fordert stärkere Verrechnung der Verluste für Firmen


BERLIN (Dow Jones)--Der Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, hat eine bessere Verrechnung von Gewinnen aus der Vergangenheit mit Verlusten aus dem Corona-Jahr gefordert. "Die derzeit geltende Beschränkung der Verlustverrechnung verstärkt die Krise, denn sie belastet gerade Unternehmen, die vor der Krise positive Erträge erwirtschaftet haben und nun krisenbedingt Verluste erleiden", sagte Fuest in München. Eine Ausweitung über 5 Millionen Euro hinaus könne Pleiten durch Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit abwenden und so viele Arbeitsplätze und öffentliche Einnahmen retten.

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Ein erweiterter Verlustrücktrag wirke sehr zielgenau: Es würden nur jene Unternehmen entlastet, die vor der Krise ein funktionierendes Geschäftsmodell gehabt hätten und die ihre Gewinne in Deutschland versteuert hätten. Der Verlustrücktrag wirke wie eine Steuerstundung, fügte Fuest hinzu. Endgültige Steuerausfälle erleide der Staat aber nur in Ausnahmefällen, beispielsweise dann, wenn Unternehmen später insolvent würden. Die Ausweitung koste den Staat deshalb nur wenig, ergänzte Fuest.

Die bisher gewährte, beschränkte Ausweitung des Verlustrücktrages verringere die Steuereinnahmen nach Schätzungen der Bundesregierung im Jahre 2020 um 4,2 Milliarden Euro. Mehr als 90 Prozent davon flössen aber in den Folgejahren wieder in die Kassen zurück.

Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com

DJG/pso/smh

(END) Dow Jones Newswires

October 29, 2020 04:26 ET (08:26 GMT)

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