Ifo-Institut: Coronavirus-Eindämmung erfordert zielgenaue lokale Maßnahmen
Von Andreas Kißler
MÜNCHEN/BERLIN (Dow Jones)--Eine effiziente Eindämmung der Pandemie erfordert laut einer Studie des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung zielgenau lokale und weniger nationale Maßnahmen. Seit den Lockdown-Maßnahmen konzentrierten sich die Neuinfektionen immer stärker auf regionale Hotspots. "Um die anlaufende wirtschaftliche und soziale Erholung nicht zu gefährden, sollten neue Lockdown-Maßnahmen nur dort ergriffen werden, wo sie auch tatsächlich erforderlich sind", forderte Ifo-Forscherin Selina Schulze Spüntrup.
Mit Blick auf die Zahl der Corona-Gesamtinfektionen je 100.000 Einwohner gebe es in den 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland ein markantes Nord-Süd- und Ost-West-Gefälle. Es zeige sich, dass vor allem bisher weniger betroffene Landkreise zu Hotspots würden. "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gesundheitsämtern in bisher verschonten Landkreisen sollten daher besonders sensibilisiert werden, um nicht von plötzlich stark steigenden Neuinfektionen überrascht zu werden", erklärte Schulze Spüntrup.
Die Ifo-Studie basiert nach den Angaben des Instituts auf täglichen Zahlen des Robert-Koch-Instituts über Corona-Gesamtinfektionen und -Sterbefälle auf Ebene der 401 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland. Erstmals sammelten und werteten die Forscher demnach zudem auch Daten auf Ebene einzelner Gemeinden aus. Stichtag für die in der Studie betrachteten Daten war der 28. Mai.
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July 20, 2020 03:23 ET (07:23 GMT)