Ifo-Institut: Materialmangel in der Industrie verschärft sich
Von Andreas Kißler
MÜNCHEN/BERLIN (Dow Jones)--Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich im Dezember nach Berechnungen des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung nochmals verschärft. 81,9 Prozent der Firmen klagten demnach über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Das ist laut der Umfrage des Instituts ein neuer Rekordwert. Im November waren es noch 74,4 Prozent. "Die Situation in der Industrie ist paradox", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Die Auftragsbücher sind voll. Der Materialmangel erlaubt es den Unternehmen aber nicht, ihre Produktion entsprechend hochzufahren."
In nahezu allen Branchen sei die Anzahl der Unternehmen mit Beschaffungsproblemen gestiegen. Besonders betroffen sind demnach die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen mit einem Anteil von 94 Prozent, gefolgt von der Automobilindustrie mit 93 Prozent und dem Maschinenbau mit 91 Prozent. Deutlich verschlechtert habe sich die Lage im Papiergewerbe, wo der Anteil der betroffenen Firmen von 66 auf 89 Prozent gestiegen sei.
Eine leichte Entspannung zeigte sich laut der Umfrage hingegen in der Lederindustrie, wo aber immer noch knapp jedes zweite Unternehmen von Problemen bei der Beschaffung berichtet habe. Aufgrund der schwierigen Lage auf der Beschaffungsseite blieben Preiserhöhungen auf der Tagesordnung. "Mindestens jedes zweite Unternehmen plant, seine Preise in den kommenden drei Monaten zu erhöhen", erklärte Wohlrabe.
Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com
DJG/ank/kla
(END) Dow Jones Newswires
December 23, 2021 02:12 ET (07:12 GMT)