ifo-Umfrage: Ökonomen für Akw-Weiterbetrieb und Energiegelder
BERLIN (Dow Jones)--Ökonomen favorisieren in der aktuellen Krise den Weiterbetrieb der verbliebenen Atomkraftwerke und Hilfszahlungen an Haushalte mit geringen Einkommen, wie eine Umfrage unter 178 Ökonomen durch das ifo-Institut ergab. "Das Angebot von Strom muss ausgeweitet und die Nachfrage verringert werden", sagte ifo-Forscher Niklas Potrafke. "Sinken wird die Nachfrage durch den Preisdeckel auf Energie nicht. Vielmehr sollte die Lenkungswirkung hoher Preise erhalten bleiben und bedürftigen Haushalten und Unternehmen mit gezielten Zahlungen geholfen werden."
Zur Ausweitung des Strom- und Gasangebotes in Deutschland unterstützen 81 Prozent der Teilnehmenden des ifo-Ökonomenpanels den Weiterbetrieb der drei Atomkraftwerke über 2022 hinaus. Rund Viertel der Volkswirte sprachen sich auch für den Abbau von Regularien aus, die den Ausbau erneuerbarer Energien erschweren, den Bau weiterer Flüssiggas-Häfen und den Ausbau der Übertragungsnetze beim Strom.
Mit 83 Prozent plädiert eine große Mehrheit der Teilnehmenden für weitere Entlastungen der Haushalte von den hohen Energiekosten. Sie sollten insbesondere Bedürftigen zugutekommen. Große Einigkeit besteht auch darüber, wie die Entlastung der Haushalte aussehen soll: Nur 14 Prozent jener Teilnehmenden, die sich für eine Entlastung aussprechen, sind für Strom- und Gaspreisdeckel. Dagegen unterstützen 68 Prozent Zahlungen in Form von Energiegeldern.
Eine Mehrheit spricht sich auch für weitere Entlastungen der Betriebe von den hohen Energiekosten (54 Prozent) aus. Die Unterstützung für Entlastungen der Betriebe ist im Vergleich zu Haushalten deutlich geringer, sie liegt 29 Prozentpunkte darunter.