Ifo warnt vor Einkommensverlusten durch langfristige Schulschließungen
BERLIN (Dow Jones)--Das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hat vor späteren Einkommensverlusten bei Schülern gewarnt, deren Schulen in der Corona-Krise lange geschlossen waren. "Geht etwa ein Drittel eines Schuljahres an Lernen verloren, so geht dies über das gesamte Berufsleben gerechnet im Durchschnitt mit rund 3 bis 4 Prozent geringerem Erwerbseinkommen einher", schreibt der Leiter des Ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann, in einem Aufsatz.
"Untersuchungen streikbedingter Schulschließungen, vorab geplanter Kurzschuljahre und langer Schulferien zeigen, dass ausbleibender Schulunterricht die Kompetenzentwicklung und den zukünftigen Arbeitsmarkterfolg dauerhaft schmälern", heißt es darin weiter. Wichtig sei, dass alle Kinder und Jugendlichen - mit oder ohne Präsenz in der Schule - umgehend wieder lernten. Wenn es in absehbarer Zeit zumindest zu phasenweise Unterricht komme, sollten die Entscheidungsträger die hohen Folgekosten ausbleibenden Lernens im Blick behalten, etwa bei der Ausgestaltung des gemischten Lernens oder bei möglichen Ausfällen wegen neuer Infektionen.
Die bildungsökonomische Forschung zeige, dass jedes Schuljahr an zusätzlichem Lernen das Lebenseinkommen im Durchschnitt um rund 10 Prozent erhöhe. Zudem zeigten Untersuchungen langer Sommerferien, dass Schulschließungen die Schere der Kompetenz-Entwicklung auseinandergehen lassen, wodurch negative Folgen für die Ungleichheit in der Gesellschaft zu befürchten sind, so die Ifo-Analyse.
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May 18, 2020 07:42 ET (11:42 GMT)