Ifo: Zölle gegen China nur begrenzt wirksam


DOW JONES--Zusätzliche EU-Zölle auf chinesische Importe können kritische Abhängigkeiten und unfairen Wettbewerbsdruck aus China nach Erkenntnissen der Ifo-Forscher Lisandra Flach und Andreas Baur nur begrenzt beheben. "Zölle sind je nach Ausgestaltung mit erheblichen ökonomischen Kosten und oft auch unbeabsichtigten Nebenwirkungen verbunden. Ihre Eignung hängt stark davon ab, welches Ziel man mit ihnen verfolgt", sagt Lisandra Flach, Leiterin des Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft. "Vor allem aber können sie Maßnahmen zur Stärkung der eigenen Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit nicht ersetzen. Nachlassender Wettbewerbsdruck kann die Innovationsanreize geschützter Industrien sogar zusätzlich schwächen."

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Die Kosten für Ausgleichszölle gegen subventionierte Importe treffen nicht nur private Haushalte, sondern auch Unternehmen, die chinesische Vorleistungen einsetzen. "Teurere Vorleistungen verschlechtern insbesondere die Wettbewerbsposition exportorientierter Unternehmen gegenüber ausländischen Mitbewerbern", sagt Andreas Baur, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft. Hinzu komme: Auf Märkten außerhalb der EU griffen solche Zölle nicht. Für die europäische Industrie wiege das schwer, denn sie setze dort rund ein Viertel ihrer Produktion ab, einzelne Branchen sogar deutlich mehr.

Nach Einschätzung der Ifo-Forscher sollte die EU den Umgang mit China deshalb nicht im Alleingang organisieren, sondern gezielt Verbündete gewinnen. Gemeinsam sei die Verhandlungsmacht gegenüber Peking deutlich größer. Wichtig sei es, darauf zu achten, mit den eigenen Maßnahmen nicht genau jene Partner zu treffen, die man für ein gemeinsames Vorgehen brauche. Dazu zählten etwa "Buy-European"-Vorgaben, die Partner mit EU-Handelsabkommen ausschlössen, oder pauschale Schutzzölle, die nicht nach Herkunftsländern unterschieden. Machten solche Maßnahmen international Schule, wäre am Ende die exportorientierte europäische Industrie der Verlierer.

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

September 29, 2026 03:12 ET (07:12 GMT)

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