IMK-Konjunkturindikator bleibt trotz Eintrübung auf "gelb-grün"


Von Andreas Kißler

DÜSSELDORF/BERLIN (Dow Jones)--Trotz der Verschärfung der Kontaktbeschränkungen im Januar und der Verlängerung bis März sind die Aussichten für die deutsche Wirtschaft nach neuesten Berechnungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) relativ stabil. In der Drei-Monats-Prognose für Februar bis Ende April zeige der Konjunkturindikator des zur Hans-Böckler-Stiftung gehörenden Instituts wie in den Vormonaten "gelb-grün". Die mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit sei auf 24,2 Prozent gestiegen, nach 10,4 Prozent im Januar und 20,9 Prozent im Dezember.

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Auch die statistische Streuung im Indikator, die die Verunsicherung der Wirtschaftsakteure widerspiegelt, sei auf 18,3 Prozent angewachsen. Das reflektiert nach Analyse des IMK auch außenwirtschaftliche Konjunkturrisiken, die im Zusammenhang mit der internationalen Ausbreitung von Corona-Virusmutationen stehen. Sie könnten vorübergehend auch den Konjunkturmotor der vergangenen Monate, die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe, belasten - etwa, wenn Lieferketten gestört würden. Doch auch mit den beobachteten Eintrübungen liege das Rezessionsrisiko derzeit lediglich auf dem durchschnittlichen Niveau der vergangenen fünf Jahre.

"Damit erscheint ein Rückfall in eine Rezession, gemessen an der üblichen Definition zweier aufeinanderfolgender Quartale mit schrumpfendem Bruttoinlandsprodukt (BIP), unwahrscheinlich", erklärten die Ökonomen. Der aktuelle Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit beruhe vor allem auf zwei Faktoren: Erstens seien zuletzt, erstmals seit April 2020, die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe gesunken. Zweitens habe sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft eingetrübt, was sich etwa im Ifo-Geschäftsklimaindex bemerkbar mache.

"Durch die verordneten Betriebsschließungen in Gastronomie und Einzelhandel wird das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal des Jahres wahrscheinlich schrumpfen. Auch witterungsbedingte Einflüsse belasten kurzfristig die Konjunkturdynamik", sagte IMK-Konjunkturexperte Thomas Theobald. "Danach dürfte es aber schnell wieder aufwärts gehen, wenn die Kontaktbeschränkungen gelockert werden." Entscheidend für die Konjunkturentwicklung im Verlauf des Jahres sei die zunehmende Zahl von gegen das Coronavirus geimpften Personen und eine abnehmende Belastung durch die Pandemie.

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