Indien verurteilt Tötungen von Zivilisten in Butscha
NEU DELHI (dpa-AFX) - Indien hat die Tötung von Zivilisten im ukrainischen Butscha verurteilt, sich zugleich aber weiter mit Kritik am Aggressionskrieg Russlands zurückgehalten. Der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar forderte am Mittwoch im Parlament in Neu Delhi eine unabhängige Untersuchung und wiederholte damit eine Forderung Indiens im UN-Sicherheitsrat am Dienstag.
Es war die bislang stärkste Erklärung Indiens im Ukraine-Krieg. Jaishankar sagte aber auch, dass die Regierung daran arbeite die wirtschaftlichen Transaktionen mit Russland zu stabilisieren und dass Russland weiter ein wichtiger wirtschaftlicher Partner sei.
Nach dem Rückzug russischer Truppen aus dem Gebiet nordwestlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew hatten Aufnahmen von Leichen auf den Straßen des Vororts Butscha international für Entsetzen gesorgt. Die Ukraine macht russische Truppen für die Gräueltaten verantwortlich. Moskau bestreitet die Vorwürfe und spricht von einer "Inszenierung" und "Provokation", allerdings ohne dafür Beweise vorzulegen.
Indien ist stark von Russland abhängig, vor allem weil ein Großteil seiner Militärausrüstung von dort stammt und das Land auf Ersatzteile angewiesen ist. Die beiden Länder haben langjährige, gute Beziehungen. Indien hat zudem seit Kriegsbeginn mehrere Millionen Barrel russisches Öl zu stark vergünstigten Preisen gekauft. Indien hat aber auch gute Beziehungen zu den USA. So hat das Land beim Krieg bislang eine neutrale Position eingenommen und sich bei Resolutionen im UN-Sicherheitsrat enthalten.
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