Inflationsraten

ING-Chefvolkswirt Brzeski: Phase erhöhter Inflation könnte etwas länger dauern


ING-Chefvolkswirt Brzeski: Phase erhöhter Inflation könnte etwas länger dauern

Die Inflationsraten in Europa steigen seit einiger Zeit stärker als allgemein erwartet.

Werte in diesem Artikel
Aktien

28.42 EUR 0.53 EUR 1.90 %

Auch ING-Europa-Chefvolkswirt Carsten Brzeski erklärt sich das überwiegend mit Sonderfaktoren, die vorübergehender Natur sein dürften. Er weist aber darauf hin, dass diese Phase erhöhter Inflationsraten länger dauern könnte, als derzeit allgemein angenommen. Eine regelrechte Lohn-Preis-Spirale, die eine straffere Geldpolitik nach sich ziehen würde, sieht Brzeski allerdings nicht.

Werbung

Derzeit fallen im Europa vor allem die hohen, teilweise zweistelligen Steigerungsraten der Erzeugerpreise auf. Brzeski weist darauf hin, dass es normalerweise sechs bis zwölf Monate dauert, bis eine solche Entwicklung bei den Verbraucherpreisen ankommen. "In der aktuellen Situation, sowohl in den USA als auch in der Eurozone, deuten hohe Auftragsbestände im verarbeitenden Gewerbe und zahlungskräftige Verbraucher darauf hin, dass es ein großes Potenzial für ein Überwälzen gibt", schreibt Brzeski in einem Kommentar.

Hinzu komme der erwartete Preisanstieg im Einzelhandel aufgrund des bevorstehenden Sommergeschäfts und der weiteren Öffnung der Volkswirtschaften, so dass eine höhere Inflation in den kommenden Quartalen so gut wie sicher scheine. "All dies deutet darauf hin, dass das erhöhte Inflationsniveau vorübergehend sein wird, aber diese Übergangsphase könnte länger sein als bisher angenommen", so Brzeski.

Selbst wenn einige der einmaligen Faktoren im nächsten Jahr aus der Inflationsrate herausfallen, könnten die verzögerte Überwälzung höherer Erzeugerpreisen sowie die Preisvolatilität im Zusammenhang mit Lockdowns die Inflation laut Brzeski noch bis weit ins Jahr 2022 hinein beeinflussen. "Die gute Nachricht ist, dass die Kreditverknappung in China gegen Ende 2021 einen Teil des Drucks auf die Rohstoffpreise beseitigen wird", meint er aber auch.

Werbung

Aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) wären wohl nur kräftig steigende Löhne ein ernsthaftes Anzeichen für eine anziehende Inflation. Eine solche Entwicklung hält der ING-Ökonomen aber für wenig wahrscheinlich. Er argumentiert: "Mit der Wiedereröffnung des Einzelhandels, des Gastgewerbes und der Freizeiteinrichtungen ist es möglich, dass auch in der Eurozone ein vorübergehender Mangel an Fachkräften entsteht. Solange jedoch nicht anderswo neue Arbeitsplätze entstehen, scheint eine Rückkehr von Menschen aus Kurzarbeit in Vollzeitbeschäftigung das plausibelste Szenario zu sein."

FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: Gil C / Shutterstock.com

Aktuelle ING Group Aktie News

Werbung

ING Group Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für ING Group nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
DatumRatingAnalyst
11:06 ING Group Buy Deutsche Bank AG
27.05.26 ING Group Hold Jefferies & Company Inc.
18.05.26 ING Group Overweight JP Morgan Chase & Co.
14.05.26 ING Group Buy Goldman Sachs Group Inc.
13.05.26 ING Group Buy Deutsche Bank AG