Salzgitter-Aktie profitiert von erhöhter Prognose: Chef spricht Warnung vor Lockerung beim EU-Emissionshandel aus
Salzgitter-Chef Gunnar Groebler kritisiert die Pläne der EU-Kommission zur Reform des Emissionshandels.
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Die Pläne gefährdeten Investitionen in den Klimaschutz und bestraften Unternehmen, die bereits mit dem Umbau begonnen hätten. "Eine Industriepolitik, die nachträglich die Spielregeln ändert, darf Vorreiterunternehmen nicht im Regen stehen lassen", schreibt Groebler auf der Plattform LinkedIn. EU-Parlament und Mitgliedsstaaten forderte er auf, im Gesetzgebungsprozess nachzubessern.
Sein Unternehmen habe bereits Milliarden in den Umstieg auf grünen Stahl investiert - "im Vertrauen auf einen stabilen und verlässlichen Rechtsrahmen". Das dürfe nicht durch Lockerungen beim Emissionshandels entwertet werden. "Wer im Vertrauen auf die europäische Gesetzgebung investiert oder so wie wir bereits investiert hat, darf am Ende nicht bestraft werden", so Groebler.
Der niedersächsische Stahlkonzern hat Ende 2023 mit der Umrüstung seines Stahlwerks in Salzgitter begonnen. Bund und Land fördern den Umbau mit gut 1,3 Milliarden Euro. Die erste Anlage für grünen Stahl soll 2027 in Betrieb gehen. Statt im kohlebefeuerten Hochofen soll der Stahl dann in einer neuen Anlage entstehen, die zunächst mit Erdgas und später mit grünem Wasserstoff laufen kann.
"Die Entlastungen, die für die Zeit nach 2030 geplant sind, könnten schon heute die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit von Dekarbonisierungsprojekten in Europa erschweren", warnt Groebler. "Innovative, CO2-arme Geschäftsmodelle drohen dadurch an Attraktivität zu verlieren - mit nachteiligen Folgen für die Investitionsbereitschaft und die industrielle Resilienz Europas."
Unter Druck von Wirtschaft und Mitgliedsstaaten schlägt die EU-Kommission eine Abschwächung eines zentralen Klimaschutzinstruments vor. So will die Brüsseler Behörde, dass die Gesamtzahl verfügbarer Rechte für den Ausstoß klimaschädlicher Gase wie Kohlendioxid (CO2) langsamer abnimmt als bevor. Außerdem soll es in bestimmten Bereichen mehr kostenlose Zertifikate geben.
So reagiert die Aktie
Die Aktien von Salzgitter dürften ihre Freitagserholung am Montag fortsetzen. Zum Wochenschluss hatte ein kurz vor Handelsschluss veröffentlichter, optimistischerer Geschäftsausblick den Aktien kräftigen Rückenwind verliehen.
Am Montag zeigen sich via XETRA zeitweise Anschlussgewinne von 1,63 Prozent auf 56,25 Euro.
Der Stahlkocher hob nach dem ersten Halbjahr und der Komplettübernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) seine Jahresprognosen an. So liegt die neue Prognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Jahr 2026 über der bisherigen, durchschnittlichen Analystenschätzung.
Branchenexperte Cole Hathorn vom Investmenthaus Jefferies geht davon aus, dass die Hälfte der Prognoseerhöhung auf die tatsächliche Geschäftsentwicklung zurückgeht und die andere Hälfte auf die HKM-Übernahme.
SALZGITTER (dpa-AFX) / FRANKFURT (dpa-AFX Broker)
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 20.07.26 | Salzgitter Halten | DZ BANK | |
| 20.07.26 | Salzgitter Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 20.07.26 | Salzgitter Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 14.07.26 | Salzgitter Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 10.07.26 | Salzgitter Overweight | JP Morgan Chase & Co. |
