Israels Präsident: In Gaza darf nach Krieg kein "Vakuum" entstehen


TEL AVIV (dpa-AFX) - Im Gazastreifen darf nach dem Krieg nach Auffassung des israelischen Präsidenten Izchak Herzog kein "Vakuum" entstehen. Herzog sagte der "Financial Times" (Donnerstagsausgabe), es müsse dort in Zukunft eine "sehr starke Kraft" verbleiben, um ein Wiedererstarken der islamistischen Terrororganisation Hamas zu verhindern. Wie diese Kraft aussehen könnte, ließ er jedoch offen. Herzog sagte, er gehe davon aus, dass die USA und "unsere Nachbarn in der Region" in der Nachkriegsordnung eine Rolle spielen werden.

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"Wenn wir uns zurückziehen, wer wird dann übernehmen?", fragte Herzog in dem Interview. "Wir können kein Vakuum hinterlassen." Man müsse sich Gedanken über einen künftigen Mechanismus machen. Gegenwärtig gebe es dazu viele Ideen. "Aber niemand wird diesen Ort, Gaza, wieder in eine Terrorbasis verwandeln wollen." Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte gesagt, Israel werde nach dem Krieg die Kontrolle über die Sicherheit in Gaza behalten.

Zu den hohen Opferzahlen bei dem israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen sagte Herzog: "Ich sorge mich um die palästinensischen Todesfälle, es bricht mir das Herz." Er erinnere sich jedoch immer daran, dass er vor allem die Sicherheit seines eigenen Volkes verteidigen müsse. Israels Hauptziel sei gegenwärtig die Befreiung der rund 240 Geiseln in der Gewalt der Hamas und anderer Terroristen.

Die internationale Gemeinschaft verstehe, dass Israel ein Recht auf Selbstverteidigung habe, sagte Herzog. "Wie habe ich das Recht auf Selbstverteidigung, wenn ich die militärischen Fähigkeiten der Hamas nicht auslöschen kann? Sie sind mitten in der Stadt (Gaza)."

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Zu internationalen Bemühungen um einen Deal mit der Hamas über die Freilassung der Geiseln sagte Herzog, man habe "nicht eine einzige Information über unsere Geiseln" erhalten. "Also müssen wir kämpfen und sie holen."

Zu humanitärer Hilfe für die Bevölkerung im Gazastreifen sagte Herzog, man unternehme gemeinsam mit Zypern "große Anstrengungen", um Hilfslieferungen über das Meer zu ermöglichen. "Es stimmt, dass es Gegenden in Gaza gibt, in denen die Situation sehr schlimm ist. Das liegt daran, dass es eine Kriegszone ist. Aber wir bemühen uns."

/le/DP/jha

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