IWH: Konjunktur erholt sich dank Weltwirtschaft und Finanzpolitik


Von Andreas Plecko

DOW JONES--Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat seine Prognose für die deutsche Wirtschaft überarbeitet und rechnet für dieses Jahr mit einer spürbaren Erholung. Die Konjunkturexperten erwarten jetzt in diesem Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,4 (zuvor: 0,9) Prozent und im nächsten Jahr von 0,8 (0,9) Prozent. Während die Auslandsnachfrage im ersten Halbjahr trotz höherer Energiepreise für Anschub sorgte, dürften in den kommenden Quartalen vor allem steigende staatliche Investitionen die Konjunktur stützen. In Ostdeutschland fällt die Belebung etwas schwächer aus.

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Haupttreiber der globalen Entwicklung ist im Spätsommer 2026 der weltweite Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI), von dem auch deutsche Exporteure profitieren. "Die deutsche Konjunktur befindet sich auf Erholungskurs", erklärte Oliver Holtemöller, Leiter der Abteilung Makroökonomik und Vizepräsident des IWH. Im zweiten Quartal 2026 sei das BIP bereits das dritte Mal in Folge merklich gestiegen.

Allerdings bleibe die Erholung in Teilen noch unvollständig: Die Erwerbstätigenzahl im Verarbeitenden Gewerbe sei weiterhin rückläufig, der private Konsum werde durch kaufkraftmindernde Energiepreise gedämpft, und die privaten Ausrüstungsinvestitionen stagnierten. Zudem bremste das Niedrigwasser des Rheins zeitweise die Produktion.

Das Institut wies allerdings auf erhebliche Konjunkturrisiken hin. Neben der Abhängigkeit vom internationalen KI-Boom und drohenden Wettbewerbsnachteilen für deutsche Anbieter gelte vor allem eine erneute Energiekrise als Risikofaktor für Deutschland und Europa.

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Das globale Angebot an Flüssiggas (LNG) sei durch Ausfälle in Katar stark verknappt, während die europäischen Lagerbestände im historischen Vergleich niedrig seien. Steigende Inflationsraten infolge höherer Energiepreise ließen zudem Zinserhöhungen durch die US-Notenbank und die EZB erwarten, was die Finanzpolitik ab 2027 wieder restriktiver gestalten dürfte.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/apo/uxd

(END) Dow Jones Newswires

September 03, 2026 05:00 ET (09:00 GMT)

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