J. Safra Sarasin: Zinsen und Kosten bremsen Euroraum-Bausektor
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Karsten Junius, der Chefvolkswirt von J. Safra Sarasin, rechnet damit, dass ungünstigere Finanzkonditionen und hohe Kosten den Bausektor des Euroraums bremsen. "Ihre Auswirkungen sind in den bisher veröffentlichten Daten für den Bau- und Immobiliensektor noch nicht sichtbar, es ist jedoch nur eine Frage der Zeit der Zeit, bis sie die Aktivität und die Preisentwicklung bremsen werden", schreibt Junius in einem Kommentar.
Stark steigende Baukosten bei gleichzeitig sinkender Erschwinglichkeit würden in den kommenden Quartalen wahrscheinlich zu sinkenden nominalen Grundstückspreisen und niedrigeren realen Wohnungspreisen in den kommenden Quartalen führen. "Der bestehende Nachfrageüberhang nach Wohnraum - insbesondere in städtischen Ballungsräumen - wird die Anpassung jedoch abfedern", meint der Ökonom.
Junius geht davon aus, dass es am Immobilienmarkt eine "weiche Landung" geben wird - unter anderen weil die Kreditnehmer weniger stark verschuldet sind als vor dem Immobilien-Crash 2008, so dass keine Welle von Notverkäufen droht. "Wir kommen daher zu dem Schluss, dass die wichtigste Auswirkung der strafferen EZB-Geldpolitik eine Verringerung der künftigen Bautätigkeit sein wird."
Zum Teil lässt sich dies Junius zufolge bereits an Umfragedaten ablesen. Sowohl die Bauumfrage der EU-Kommission als auch der in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex seien in letzter Zeit gesunken - wenn auch bisher nicht auf unterdurchschnittliche Werte. "Wir erwarten eine weiter sinkende Stimmung im Bau- und Immobiliensektor in den kommenden Monaten."
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May 20, 2022 03:48 ET (07:48 GMT)