CANCOM-Aktie in tiefrot: Effizienter trotz schwächerem Umsatz
Der IT-Dienstleister CANCOM hat im ersten Halbjahr weiter die Kundenzurückhaltung zu spüren bekommen.
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Zwar konnte das Unternehmen aus München von seinem Sparkurs profitieren und den Gewinn steigern, aber die Kunden blieben vorsichtig und schoben vielfach Investitionsentscheidungen auf. Der Umsatz fiel im zweiten Quartal noch deutlicher als schon im ersten. Die Aktie sackte nach Handelsbeginn am Dienstag ab.
Der Erlös im zweiten Quartal sei überraschend schwach ausgefallen, schrieb Analyst Martin Comtesse vom US-Investmenthaus Jefferies. Die Entwicklung zeige einen starken Kontrast zum größten deutschen Konkurrenten Bechtle. Im zweiten Halbjahr müsse sich die Umsatzentwicklung nun deutlich beschleunigen, um das Jahresziel noch zu erreichen.
Der Umsatz war in der ersten Jahreshälfte von verzögerten Investitionsentscheidungen der Kunden belastet, wie Vorstandschef Rüdiger Rath in der Mitteilung einräumte. Der Erlös sank um 3,5 Prozent auf 775,9 Millionen Euro. Analysten hatten bereits damit gerechnet, dass CANCOM beim Umsatz schwächer dastehen könnte, während es beim operativen Ergebnis besser laufen sollte.
Die Branche steckt derzeit in einer schwierigen Phase. Die Preise für IT-Hardware wie vor allem Speicherkomponenten steigen drastisch, was für Zögern bei den Kunden aus dem Mittelstand sorgt.
Im Softwaregeschäft sieht es dagegen besser aus. So stieg zwar das Geschäftsvolumen von CANCOM insgesamt, doch beim Verkauf von Software anderer Hersteller dürfen sich die IT-Unternehmen nicht den vollen Verkaufspreis als Umsatz anrechnen, sondern nur den Bruttogewinn.
Besser mit der Situation kam der größere Rivale Bechtle klar, der im ersten Halbjahr eine erholte Nachfrage von Behörden nutzte und den Umsatz deutlich steigern konnte. Die Firma aus Neckarsulm hatte daher Ende Juli mit vorläufigen Zahlen ihren Jahresausblick angehoben.
Immerhin profitierte CANCOM deutlich von seinem Sparkurs. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte im Halbjahr um ein gutes Drittel auf 49,2 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 11,2 Millionen Euro für die Aktionäre, nach 2,76 Millionen ein Jahr zuvor.
Die Jahresprognose bestätigte das Management. So soll der Umsatz 2026 auf zwischen 1,75 und 1,85 Milliarden Euro steigen (Vorjahr: 1,71), das operative Ergebnis auf 110 bis 130 Millionen Euro (Vorjahr: 102,5).
CANCOM sacken nach schwachem Halbjahr ab - Bechtle schwächelt
Ein enttäuschendes erstes Halbjahr von CANCOM hat am Dienstag die Aktie des Münchner IT-Dienstleisters unter Druck gebracht. Zugleich wurde auch das Papier des Wettbewerbers Bechtle mit nach unten gezogen.
Zuletzt brachen CANCOM-Aktien im Index der kleineren Werte um 6,86 Prozent auf 22,40 Euro ein und sackten auf den tiefsten Stand seit Ende Juni. Bechtle-Titel verloren im MDAX 2,13 Prozent auf 35,84 Euro. Sie gehörten damit zu den größten Verlierern im Index. Die Papiere haben im bisherigen Jahresverlauf 17 beziehungsweise 18 Prozent eingebüßt.
CANCOM bekam im ersten Halbjahr die Zurückhaltung der Kunden zu spüren. Der Umsatz sei von deren verzögerten Investitionsentscheidungen belastet worden, sagte Vorstandschef Rüdiger Rath.
Das kam für Analysten zwar nicht wirklich überraschend, doch fiel der Rückgang stärker als erwartet aus. So hatte Ende Juli etwa Lars Vom-Cleff von Deutsche Bank Research geschrieben, dass Kunden vor dem Hintergrund stark gestiegener Preise für IT-Handware geplante Aufträge verschoben haben könnten. Dabei war er für das zweite Quartal von einem Umsatzrückgang von rund 5 Prozent im Jahresvergleich ausgegangen, während CANCOM jedoch einen Rückgang von 6,2 Prozent erlitt.
CANCOMs Umsatzentwicklung stehe im starken Kontrast zum größten deutschen Konkurrenten Bechtle, kommentierte Analyst Martin Comtesse vom US-Investmenthaus Jefferies. Im zweiten Halbjahr müsse sich die Umsatzentwicklung nun deutlich beschleunigen, um das Jahresziel noch zu erreichen.
Auch ein Händler sprach von "inzwischen ambitionierten Jahreszielen". Im Detail hob er vor allem den internationalen Geschäftsbereich negativ hervor. Dort seien Umsatz und Ergebnis im Jahresvergleich zurückgegangen, während sich das Deutschlandgeschäft relativ stabil gezeigt habe.
/men/stk
MÜNCHEN (dpa-AFX)
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Bildquellen: Cancom SE
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 11:51 | CANCOM SE Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 28.07.26 | CANCOM SE Buy | Deutsche Bank AG | |
| 14.05.26 | CANCOM SE Buy | Deutsche Bank AG | |
| 14.05.26 | CANCOM SE Hold | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
| 13.05.26 | CANCOM SE Buy | Jefferies & Company Inc. |
