Kein Befreiungsschlag

ADLER-Aktie fällt zweistellig: Erleichterung nach KPMG-Bericht hält nicht lange an


ADLER-Aktie fällt zweistellig: Erleichterung nach KPMG-Bericht hält nicht lange an

Die Aktionäre der ADLER Group glauben nach einem Bericht der KPMG-Wirtschaftsprüfer noch nicht an einen Befreiungsschlag.

Werte in diesem Artikel
Aktien

0.14 EUR 0.02 EUR 11.72 %

Am Montag sackt der Kurs des Immobilienkonzerns via XETRA zeitweise um 19,16 Prozent auf 9,48 Euro ab, im Tagestief fiel er auf 9,32 Euro. Von zeitweise spürbarer Erleichterung war am Freitag schon nicht viel übrig geblieben, auch wenn sich die ADLER Group aufgrund des vorgelegten Berichts von Vorwürfen des systematischen Betrugs entlastet sieht.

Werbung

Seither gibt es aber kritische Stimmen, wie die von Barclays-Analyst Sander Bunck. Er wertete es zwar als grundlegend erfreulich, dass die KPMG laut der ADLER Group keine Beweise für den von einem Börsenspekulanten unterstellten systematischen Betrug gefunden habe. Der Experte kritisierte er, dass es den KPMG-Bericht noch nicht auf Englisch gebe, was ihm eine Analyse erschwere. Er betonte zudem, rund um Projektbewertungen und offene Forderungen blieben zu viele Fragen, um die Aktie "in ruhigere Gewässer zu führen". Der Bericht behebe auch nicht die Unsicherheit rund um den Finanzmittelfluss (Cashflow).

Der Immobilienkonzern hatte Ende vergangener Woche mitgeteilt, sich nach der Vorlage der Ergebnisse der Sonderuntersuchung durch die Wirtschaftsprüfer der KPMG von den Vorwürfen systematischen Betrugs entlastet zu sehen. Zwar seien in der Dokumentation und in der Abwicklung einiger Transaktionen Mängel festgestellt worden, die Sonderprüfer hätten aber keine Beweise dafür gefunden, dass es systematisch "betrügerische oder die Gesellschaft ausplündernde Transaktionen mit angeblich nahestehenden Personen" gegeben habe.

Die Aktien waren daraufhin am Freitag zunächst um rund ein Fünftel nach oben geschnellt. Allerdings zeigten sich die Anleger dann nicht lange wirklich überzeugt von den ADLER-Äußerungen. Zum Handelsschluss notierten die Aktien nur noch rund ein Prozent im Plus.

Werbung

Die Sonderprüfung durch die KPMG-Prüfer ging auf Vorwürfe der Investmentfirma Viceroy des Leerverkäufers Fraser Perring zurück, der auch den insolventen Finanzdienstleister Wirecard früh mit Veröffentlichungen unter Druck gesetzt hatte. Gegen ADLER hatte Viceroy erstmals Anfang Oktober vergangenen Jahres schwere Vorwürfe erhoben - unter anderem mit Blick auf die Bewertung von Immobilienprojekten.

/tih/mis

-----------------------

dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX

-----------------------

FRANKFURT (dpa-AFX Broker)

Bildquellen: ADLER Group

Aktuelle ADLER Aktie News

Werbung

ADLER Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für ADLER nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
DatumRatingAnalyst
31.05.22 ADLER Neutral UBS AG
27.04.22 ADLER Underweight Barclays Capital
25.04.22 ADLER Underweight Barclays Capital
02.02.22 ADLER Underweight Barclays Capital
26.01.22 ADLER Neutral UBS AG