KfW-ifo-Barometer: Mittelständisches Geschäftsklima vor Lockdown stabil
Von Andreas Kißler
FRANKFURT/BERLIN (Dow Jones)--Der Mittelstand hat sich in der ersten Dezemberhälfte noch relativ unbeeindruckt von steigenden Neuinfektionen und den damit einhergehenden Diskussionen über einen härteren Lockdown gezeigt. Sein Geschäftsklima stieg um 1,4 Zähler auf minus 10,6 Saldenpunkte. Das geht aus dem KfW-ifo-Mittelstandsbarometer hervor, wie die KfW in Frankfurt mitteilte.
Konkret sei die seit 16. Dezember geltende Schließung von Kitas, Schulen und vielen Geschäften im stationären Einzelhandel bis mindestens zum 10. Januar allerdings noch nicht bekannt gewesen, als ein Großteil der Antworten auf die Befragung zum Geschäftsklima abgegeben worden sei.
Insbesondere die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage verbessere sich. Nach einem Zuwachs um 2,5 Zähler liegen die Lageurteile laut den Angaben jetzt bei minus 7,8 Saldenpunkten. Der kleine Verlust vom November sei damit mehr als aufgeholt worden. Die Erwartungen des Mittelstands nahmen dagegen nur geringfügig um 0,4 Zähler auf minus 13,7 Saldenpunkte zu. Dabei dürften sich positive Aussichten auf eine mittelfristige Entspannung durch den Einsatz von effektiven Impfstoffen und eine trübere Sicht auf die nächsten Monate gegenseitig neutralisieren, so die Förderbank.
Die Stimmung unter den Großunternehmen hat sich nach ihren Angaben vor dem Lockdown sogar noch stärker verbessert als im Mittelstand. Mit einem deutlichen Plus von 4,7 Zählern auf minus 2,4 Saldenpunkte bewege sich das Geschäftsklima in Richtung Nulllinie, die den langfristigen Mittelwert markiert. Insbesondere das starke Wachstum in der Industrie dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal weitgehend stabilisiert haben. In der zweiten Dezemberhälfte dürfte die Wirtschaftsleistung dann aber merklich zurückgegangen sein.
"Die verschärfte Pandemielage macht einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal wahrscheinlicher, vor allem, wenn die Maßnahmen unzureichend wirken und der harte Lockdown deshalb verlängert würde", sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. "Stärkere konjunkturelle Abwärtsrisiken entstehen jedoch erst, wenn beispielsweise die mutierte Version des Virus zusätzliche Eindämmungsmaßnahmen erzwingen und als Folge die Industrieproduktion und Bautätigkeit einbrechen würden", hob sie hervor.
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December 30, 2020 04:37 ET (09:37 GMT)