KI-Deal treibt Aktie

Riot-Platforms-Aktie schließt höher nach 9,1-Milliarden-Deal mit Anthropic


Riot-Platforms-Aktie schließt höher nach 9,1-Milliarden-Deal mit Anthropic

Ein 20-Jahres-Vertrag über 191 Megawatt Rechenkapazität ließ die Riot Platforms-Aktie am Dienstag deutlich steigen.

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  • KI-Schwergewicht sichert sich Rechenkapazität aus Texas für Jahrzehnte
  • Zweiter Großmieter am selben Campus binnen sieben Monaten
  • Quartalszahlen zeigen Nettoverlust trotz steigendem Umsatz
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Riot Platforms hat einen 20-Jahres-Vertrag über die Lieferung von Rechenkapazität aus seinem texanischen Rockdale-Campus abgeschlossen. Die Aktie erlebte am Dienstag eine Achterbahnfahrt: Der Anteilsschein sprang im frühen NASDAQ-Handel zeitweise zweistellig nach oben, gab die Gewinne zwischenzeitlich wieder vollständig ab und schaffte es zum Handelsende dann doch wieder ins Plus. Zum Schlus stand die Riot Platforms-Aktie bei 20,24 US-Dollar um 4,33 Prozent höher.

Riot Platforms-Aktie: Milliardenvertrag mit KI-Anbieter

Riot Platforms, ein auf Bitcoin-Mining, Engineering und Rechenzentren spezialisiertes Digitalinfrastruktur-Unternehmen, hat gestern offengelegt, einen Vertrag über die Lieferung von 191 Megawatt Rechenkapazität von seinem Rockdale-Campus in Texas an ein nicht namentlich genanntes, führendes Frontier-AI-Unternehmen unterzeichnet zu haben. Bloomberg identifizierte den Abnehmer unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen als Anthropic PBC. Der sogenannte Data-Center-Lease läuft über eine Erstlaufzeit von 20 Jahren bis Juni 2048 und soll rund 9,1 Milliarden US-Dollar an Gesamtvertragsumsatz generieren. Werden zwei Fünf-Jahres-Verlängerungsoptionen gezogen, könnte der Gesamtvertragswert laut Riot Platforms auf rund 16,1 Milliarden US-Dollar steigen.

Die geschätzte kumulierte Nettobetriebsergebnis-Spanne über die Basis-Laufzeit liegt laut Unternehmensangaben bei 7,3 bis 8,2 Milliarden US-Dollar, mit einem durchschnittlichen jährlichen Beitrag von 365 bis 411 Millionen US-Dollar. Die Auslieferung erfolgt phasenweise: Die ersten 96 IT-Megawatt sollen im Dezember 2027 bereitstehen, die volle Kapazität von 191 IT-Megawatt bis Juni 2028. Zur Zwischenfinanzierung der ersten Entwicklungskosten stellt Morgan Stanley eine Interimsfinanzierung über 573 Millionen US-Dollar bereit, während ein Investment-Grade-Kreditbackstop noch final verhandelt wird. Weder Riot Platforms noch Anthropic äußerten sich gegenüber Bloomberg zu dem Bericht.

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Zweiter Großmieter am Rockdale-Campus

Der Anthropic-Deal ist der zweite große Mietvertrag am Rockdale-Standort. Bereits am 16. Januar 2026 hatte Riot Platforms die Fläche im Fee-Simple-Verfahren für 96,0 Millionen US-Dollar erworben und gleichzeitig einen ersten Data-Center-Lease mit AMD über eine Anfangskapazität von 25 Megawatt mit Ausbaupotenzial bis 200 Megawatt geschlossen, taxiert auf rund 311,0 Millionen US-Dollar Vertragsumsatz. Zusammen umfassen beide Vereinbarungen nun 241 Megawatt kontrahierter Kapazität mit einem Gesamtvertragswert von rund 9,8 Milliarden US-Dollar. CEO Jason Les bezeichnete den neuen Vertrag als einen prägenden Moment in der Entwicklung des Unternehmens zu einem führenden Anbieter großskaliger Rechenzentren, wie es in der Mitteilung heißt.

Bei der AMD-Kooperation wurde im zweiten Quartal 2026 die Lieferung der ersten 25 Megawatt pünktlich und im Budget abgeschlossen, ein weiterer Ausbau um 25 Megawatt befindet sich im Bau. Die 10-Megawatt-Phase 3 soll im November 2026 fertiggestellt werden, die 15-Megawatt-Phase 4 im Mai 2027. Anthropic hatte bereits mehrere Deals zur Deckung seines Rechenkapazitätsbedarfs geschlossen, darunter einen 10-Milliarden-Dollar-Vertrag mit dem Infrastruktur-Start-up Volta Infra Holdings sowie eine Vereinbarung über den Kauf von Rechenleistung im Wert von knapp 45 Milliarden US-Dollar von Elon Musks xAI im Mai 2026.

Quartalszahlen mit Nettoverlust

Parallel zum Deal legte Riot Platforms seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 zum 30. Juni 2026 vor. Der Gesamtumsatz stieg um 14 Prozent auf 174,2 Millionen US-Dollar von 153,0 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Die Data-Center-Umsätze beliefen sich auf 23,2 Millionen US-Dollar, während die Bitcoin-Mining-Erlöse auf 113,7 Millionen US-Dollar von 140,9 Millionen US-Dollar sanken. Die Engineering-Erlöse legten deutlich zu, auf 37,3 Millionen US-Dollar von 10,6 Millionen US-Dollar. Riot produzierte im Quartal 1.587 Bitcoin gegenüber 1.426 im Vorjahr. Die durchschnittlichen Cost-to-Mine lagen bei 49.912 US-Dollar je Bitcoin.

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Unter dem Strich verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 237,2 Millionen US-Dollar gegenüber einem Nettogewinn von 219,5 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Das entspricht einem Verlust von 0,68 US-Dollar je verwässerter Aktie gegenüber einem Gewinn von 0,58 US-Dollar im Vorjahresquartal. Zum Quartalsende verfügte Riot Platforms über liquide Mittel von mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar. Darin enthalten sind 11.380 Bitcoin sowie 548,9 Millionen US-Dollar Cash-Bestände. Zehn Analysehäuser stufen die Aktie laut einer Konsenserhebung vom 10. August 2026 überwiegend mit Kaufempfehlungen ein, das mittlere Kursziel liegt bei 33,75 US-Dollar.

Ob und wie Anthropic den Vertrag bestätigt, bleibt offen, da sich beide Seiten gegenüber Bloomberg bislang nicht äußerten. Ein möglicher Ausbau der Verlängerungsoptionen sowie der weitere Fortschritt bei den Auslieferungsphasen am Rockdale-Campus dürften die kommenden Quartalsberichte prägen.

Julia Walter, Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: rafapress / Shutterstock.com, Mehaniq / Shutterstock.com

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