NVIDIA-Aktie legt zu: Dell-Zahlen nähren Hoffnung auf breiteren KI-Markt
Dell legt überraschend starke Zahlen im KI-Servergeschäft vor - und Analysten lesen darin ein Signal für die NVIDIA-Aktie, das über die großen Cloud-Kunden hinausreicht.
Werte in diesem Artikel
- Dell verdoppelt den Umsatz mit KI-Servern binnen eines Jahres
- Analysten werten das als Beleg für eine breitere KI-Nachfrage
- NVIDIA-Aktie könnte langfristig davon profitieren
Die NVIDIA-Aktie schloss am Mittwoch an der NASDAQ um 3,21 Prozent höher bei 224,41 US-Dollar und steigt im Handel am Donnerstag um weitere 2,5 Prozent auf 230,02 US-Dollar. Ein wesentlicher Treiber ist ausgerechnet ein fremder Quartalsbericht: Dell Technologies meldete am Tag zuvor Zahlen, die aus Analystensicht NVIDIAs These stützen, wonach die Nachfrage nach KI-Rechenleistung längst über die großen Cloud-Anbieter hinausreicht.
Dell liefert das fehlende Puzzlestück
Dell Technologies legte am Dienstag einen nach Einschätzung mehrerer Analysten außergewöhnlich starken Quartalsbericht vor: Der Umsatz im KI-Servergeschäft verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahresquartal. D.A.-Davidson-Analyst Gil Luria ordnet das gegenüber MarketWatch als ein weiteres Indiz dafür ein, dass "der Unternehmensmarkt für KI-Rechenleistung eine Dynamik aufweist, die über den aktuellen Hyperscaler-Markt hinausgeht". Bislang hatten Marktbeobachter befürchtet, der KI-Boom werde fast ausschließlich von den großen Cloud-Anbietern getragen. Dells Zahlen liefern nun einen ersten breiteren Beleg, dass auch klassische Unternehmenskunden in großem Stil in Rechenzentren investieren, was direkt auf NVIDIAs Kernabsatzmarkt einzahlt.
Enterprise-Nachfrage rückt in den Fokus
Wedbush-Analyst Matt Bryson sieht in den Dell-Ergebnissen gemäß MarketWatch eine Stütze für NVIDIAs optimistische Einschätzung des Wachstums außerhalb der Hyperscaler. Jed Ellerbroek, Portfoliomanager bei Argent Capital Management, weist zugleich darauf hin, dass Anleger im gesamten Chip- und KI-Infrastruktur-Segment zunehmend auf die Bewertung achten und NVIDIA dabei wegen seiner im Marktvergleich attraktiven Kennzahlen weiterhin als das führende Unternehmen der Branche gilt. Die Einordnung bleibt damit zweigeteilt: Das fundamentale Nachfragebild hellt sich auf, während die Bewertungsfrage für viele Investoren gleichzeitig an Gewicht gewinnt.
NVIDIA-Aktie: Rückenwind auch vom Gesamtmarkt
Auch das Marktumfeld spielt der Aktie in die Karten. Rebecca Wettemann, Chefin des Marktforschers Valoir, führt laut MarketWatch einen Teil der Kursbewegung auf eine allgemeine Erholung zurück, nachdem steigende Ölpreise und rückläufige Anleiherenditen die Stimmung stützen; sie erwartet aber weiterhin hohe Schwankungen angesichts geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit. Der Rückenwind trifft auf eine Aktie, die bereits zuvor Fahrt aufgenommen hatte: Am 26. August hatte NVIDIA für das zweite Geschäftsquartal einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar gemeldet, ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, und der Kurs sprang am Folgetag um rund neun Prozent nach oben. Für das Geschäftsjahr 2028 stellt der Konzern ein Umsatzwachstum von rund 70 Prozent in Aussicht.
Ob die Dell-Zahlen tatsächlich den Auftakt einer breiteren Investitionswelle markieren, dürfte sich erst in den kommenden Berichten aus dem Server- und Speicherumfeld zeigen. Einen ersten harten Datenpunkt für NVIDIA selbst liefert das dritte Geschäftsquartal, das Ende Oktober endet.
Bettina Schneider, Benedict Kurschat, Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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