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Aktien geraten unter Druck: Samsung und SK hynix planen Milliardeninvestitionen über zehn Jahre


Aktien geraten unter Druck: Samsung und SK hynix planen Milliardeninvestitionen über zehn Jahre

Samsung Electronics und SK hynix wollen mit Investitionen in enormem Umfang ihre Führungsrolle im KI-Zeitalter sichern. Anleger reagieren jedoch skeptisch.

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• Samsung Electronics und SK hynix stellen Investitionspläne von zusammen bis zu 1,3 Billionen US-Dollar über zehn Jahre vor
• Beide Aktien geben am Tag der Präsentation deutlich nach
• Im Zentrum stehen die Finanzierung der gewaltigen Summen und die Frage, was für Aktionäre bleibt

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Als Samsung Electronics und SK hynix beim Präsidialbriefing am Montag, dem 29. Juni 2026, ihre Pläne für die größte Unternehmensinvestition in der Geschichte Südkoreas präsentieren, antwortet die Börse nicht mit Applaus, sondern mit Verkäufen. Die Samsung-Aktie verlor an der Korea Exchange schließlich 4,76 Prozent auf 323.000 Won, die SK hynix-Aktie 1,68 Prozent auf 2.628.000 Won. Einem Bericht des Korea Economic Daily zufolge summieren sich die Vorhaben beider Konzerne über das kommende Jahrzehnt auf bis zu 2.000 Billionen Won, umgerechnet rund 1,3 Billionen US-Dollar. Genau diese Dimension wirft die Frage auf, die den Kurs drückt: Wer bezahlt das, und was bleibt für die Anteilseigner?

Eine Summe, die selbst die Regierung "sehr ungewöhnlich" nennt

Auf Samsung entfallen den Berichten zufolge rund 1.000 Billionen Won, etwa 646 Milliarden US-Dollar, auf SK hynix eine ähnlich große Verpflichtung. Beide Konzerne sollen im Großraum Gwangju je vier bis fünf neue Halbleiterwerke errichten. Laut Korea JoongAng Daily kostet bereits ein einzelnes Werk mindestens 60 Billionen Won, rund 40 Milliarden US-Dollar, und der Schwerpunkt verschiebt sich von der Chip-Endfertigung hin zur kapitalintensivsten Stufe, der Wafer-Produktion. Wie groß das Programm am Ende ausfällt, ist noch unscharf. Die kursierenden Schätzungen reichen von 900 Billionen Won allein für den Cluster im Südwesten bis zu den 2.000 Billionen Won für sämtliche Konzernpläne. Präsidialberater Kim Yong-beom nannte die erwarteten Zahlen vorab "sehr ungewöhnlich".

Warum der Markt eine Rekordinvestition abstraft

Investitionen dieser Größenordnung binden über Jahre den freien Cashflow, und sie müssen erst einmal verdient werden. Das Speichergeschäft ist tief zyklisch: Drehen die Preise für DRAM oder NAND, trifft eine hohe Fixkostenbasis auf fallende Erlöse. Den Gegenpol bildet die KI-Nachfrage. SK hynix ist der führende Lieferant von Hochleistungsspeichern für NVIDIA und profitiert direkt vom Ausbau der Rechenzentren, was die hohen Ausgaben überhaupt rechtfertigt. Ein Teil des Tagesverlusts ist zudem nicht hausgemacht. Der koreanische Markt steht seit Tagen unter Druck, belastet von einem breiten Abverkauf bei Technologiewerten und den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Da Samsung und SK hynix die schwersten Titel im Leitindex KOSPI stellen, schlägt jede Schwäche im Chipsektor unmittelbar auf den Index durch.

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Die Finanzierungsfrage bleibt offen

Beide Konzerne verdienen derzeit prächtig an der Nachfrage nach KI-Speicher, sie investieren also aus einer Position der Stärke. Die Größenordnung sprengt dennoch alles Bisherige. SK hynix bereitet ein Listing in den USA vor, das frisches Kapital einspielen soll. Bei Samsung kommt eine weitere Kapitalverpflichtung hinzu: Einem Bericht der Nachrichtenagentur Yonhap zufolge plant der Konzern einen Aktienrückkauf über rund 90 Billionen Won, der vom Vorstand allerdings noch nicht bestätigt ist. Rückkauf, Rekordinvestition und staatlich gewünschte Regionalförderung konkurrieren damit um dieselben Mittel. Der Markt will sehen, dass aus der Schlagzeile ein durchfinanzierter, in Stufen geplanter Fahrplan wird.

Die nächste belastbare Antwort liefern die offiziellen Investitionsmeldungen beider Konzerne, die den halbleiterspezifischen Anteil und den Zeitplan festlegen. Samsung will einem Bericht der Maeil Business Newspaper zufolge bereits Anfang Juli Details zu einem großen KI-Rechenzentrum in Asan vorlegen. Bis dahin bleibt offen, ob aus der angekündigten Billionensumme eine verbindliche Zusage wird oder eine Absichtserklärung.


Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: JPstock / Shutterstock.com, Michael Vi / Shutterstock.com

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