Rückkehr der Bullen: Warum Citi und BlackRock jetzt trotz Nahost-Konflikt auf US-Aktien setzen
Trotz geopolitischer Spannungen im Nahen Osten setzen die Experten von Citigroup und BlackRock wieder verstärkt auf US-Titel. Das sind die Gründe.
• S&P 500 beweist Widerstandsfähigkeit
• Nahostkonflikt bleibt weiter im Fokus
• US-Aktien als sicherer Hafen?
Taktischer Schwenk der Citigroup: USA als defensiver Hafen
Trotz des seit mehr als einem Monat andauernden Konflikts mit dem Iran zeigt sich der US-Aktienmarkt bemerkenswert widerstandsfähig. In diesem Umfeld hat die Citigroup ihre Haltung zu US-Aktien von "Neutral" auf "Übergewichten" hochgestuft, wie MarketWatch berichtet. Die Strategen unter Beata Manthey betrachten diesen Schritt als taktische Maßnahme: Da sich die Spannungen im Nahen Osten vermutlich erst verschärfen, bevor eine Besserung eintritt, bieten US-Titel durch ihre hohe Qualität und defensive Ausrichtung den besten Schutz. "Aktuell gehen wir von Gegenwind für Konsum, Inflation und die Leitzinsüberlegungen der Fed aus, der aber vermutlich beherrschbar ist, solange die derzeitige Waffenruhe in den nächsten Wochen zu einer schrittweisen Beendigung der Kampfhandlungen führt", so das Citi-Team. Besonders der Technologiesektor stützte diese Prognose, da Megacap-Unternehmen trotz der Krise starke Fundamentaldaten und attraktive Bewertungen aufweisen, was die Citi zu einem optimistischen Jahresendziel für den S&P 500 von 7.700 Punkten veranlasst.
BlackRock setzt auf KI-Dynamik und Entspannung der Lieferketten
Auch das BlackRock Investment Institute kehrt zur Übergewichtung von US-Aktien zurück und beendet damit seine kurzzeitige neutrale Phase. Laut Chefstratege Jean Boivin sprechen zwei Hauptgründe für diesen Schritt: Zum einen gebe es Anzeichen für eine Normalisierung des Schiffsverkehrs in der strategisch wichtigen Straße von Hormus, zum anderen erscheinen die makroökonomischen Folgeschäden des Konflikts weitgehend eingedämmt. BlackRock sieht das Gewinnwachstum für 2026 primär durch den KI-Trend getrieben, der insbesondere Chipaktien massive Zuwächse beschert. "Der Bewertungsaufschlag im Technologiesektor hat sich verringert. Die 12-Monats-Bewertung des US-IT-Sektors im Vergleich zu anderen Branchen liegt auf dem niedrigsten Stand seit Mitte 2020. Gleichzeitig wird für den Technologiesektor nun ein Gewinnwachstum von 43 % im Jahr 2026 erwartet, gegenüber 26 % im Vorjahr", so Boivin und sein Team. Rückblickend verteidigt das Team die vorangegangene Vorsicht: Die neutrale Haltung habe zwar einige Prozentpunkte an Rendite gekostet, sei jedoch ein angemessener Preis gewesen, um das Risiko eines weitaus kostspieligeren Abwärtsszenarios durch globale Lieferengpässe zu vermeiden.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Bildquellen: Imagentle / Shutterstock.com, ilolab / Shutterstock.com
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