Labortechnik

Sartorius-Aktie zieht an: Konzern peilt überdurchschnittliches Wachstum und steigende Margen an


Sartorius-Aktie zieht an: Konzern peilt überdurchschnittliches Wachstum und steigende Margen an

Sartorius will sich stärker auf die Bedürfnisse der wachsenden Biopharma-Branche ausrichten und sein Angebot für fortschrittliche Therapien in der Zell- und Gentherapie gezielt weiterentwickeln.

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Ziel ist es, in den relevanten Geschäftsfeldern ab 2027 mittelfristig jährlich um rund 100 bis 200 Basispunkte stärker zu wachsen als der Markt. Kernkompetenzen sollen gestärkt, "aufstrebende" Geschäftsfelder gezielt ausgebaut und die eigene Effizienz gesteigert werden, "um auch zukünftig besser abzuschneiden als der Markt", sagte Konzernchef Michael Grosse laut Mitteilung vom Dienstag anlässlich des Kapitalmarkttages in Göttingen. Dazu legt der im vergangenen Juli angetretene Unternehmenslenker neue Mittelfristziele auf.

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Auf Konzernebene erwartet Sartorius ein organisches Umsatzwachstum von wechselkursbereinigt 8 bis 11 Prozent pro Jahr. Die beiden Konzernsparten sollen dazu mit über dem Markt liegenden Wachstumsraten beitragen: Für die Sparte Bioprocess Solutions geht die Unternehmensleitung von einem jährlichen Zuwachs von wechselkursbereinigt 9 bis 12 Prozent aus, für die Sparte Lab Products & Services von wechselkursbereinigt 5 bis 7 Prozent.

Auch die Rendite soll mittelfristig steigen. Die bereinigte EBITDA-Marge im Konzern will das MDAX-Unternehmen jährlich um rund 50 bis 75 Basispunkte verbessern. Als wesentliche Treiber werden Skaleneffekte, operative Verbesserungen und ein erhöhter Anteil der Umsätze mit margenstarken Verbrauchsmaterialien gesehen.

Die Bioprozesssparte soll ihre Marge um rund 60 bis 85 Basispunkte jährlich verbessern, die Laborsparte um etwa 20 bis 30 Basispunkte, unter anderem mit Hilfe von Investitionen in Innovationen, Digitalisierung und zukünftige Wachstumsfelder.

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In der bisherigen Mittelfristprognose bis 2028 hatte Satorius ein durchschnittliches Umsatzwachstum von über 10 Prozent pro Jahr und einen Anstieg der Ertragsmarge auf rund 34 Prozent angepeilt. Zu dem bisher in Aussicht gestellten Umsatzwachstum sollten Akquisitionen rund ein Fünftel beitragen. Im Geschäftsjahr 2025 lag die bereinigte EBITDA-Marge bei 29,7 Prozent.

Wesentliche Treiber der künftigen Entwicklung sieht das Unternehmen den jetzigen Angaben zufolge vor allem in Skaleneffekten und in einem steigenden Umsatzanteil der margenstarken Verbrauchsmaterialien, aber auch in Optimierungen des täglichen Geschäfts. So will Sartorius etwa seine Lieferketten noch besser aufstellen und die Produktqualität und Effizienz der Serviceleistungen weiter steigern.

Mittelfristziele von Sartorius und Tochter erleichtern

Die neuen Mittelfristziele von Sartorius haben die Aktien des Labor- und Pharmazulieferers und deren Tochter Stedim am Dienstag auf Erholungskurs geschickt. Analysten äußerten sich trotz ein paar Einschränkungen zufrieden.

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Letztlich gewann die Vorzugsaktie von Sartorius im XETRA-Handel 7,94 Prozent auf 225,60 Euro. Die Aktie der Biotech-Tochter stieg in Paris um 8,90 Prozent auf 174,40 Euro.

Analystenstimmen/h2>

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Sartorius nach Aussagen auf einer Kapitalmarktveranstaltung auf "Overweight" mit einem Kursziel von 295 Euro belassen. Die Markterwartungen an den Gesamtkonzern dürften nun um rund 4 Prozent sinken, schrieb Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan in einer ersten Reaktion am Morgen. Allerdings habe es bereits Befürchtungen unter Investoren gegeben, dass Sartorius seine mittelfristigen Ambitionen abschwächen könnte, sodass angesichts des jüngst schwachen Laufs der Aktie ein Kursanstieg zu erwarten sei, argumentierte der Experte weiter.

Das Analysehaus Jefferies hat Sartorius mit einem Kursziel von 295 Euro auf "Buy" belassen. Jefferies-Analyst James Vane-Tempest bemängelte die angestrebte organische Umsatz- sowie die Margensteigerung im Bereich Lab Products & Services (LPS), hier bleibe Sartorius hinter den Markterwartungen zurück. Dagegen fielen die Ziele in der Hauptsparte Bioprocess Solutions (BPS) im Rahmen der Erwartungen aus. Die Aktien der Tochter Sartorius Stedim Biotech verteuerten sich zuletzt um fast fünfeinhalb Prozent.

Da sich die Aktien im Vergleich zur europäischen Pharmabranche seit der Vorlage der Jahreszahlen aber deutlich unterdurchschnittlich entwickelt hätten, dürfte ihm zufolge die Kursreaktion nun positiv sein. RBC-Analyst Charles Weston hob zudem den Geschäftsbereich Bioprocess Solutions (BPS) positiv hervor.

Dieser stehe besonders im Fokus der Anleger und hier liege der Mittelpunkt der angegebenen Wachstumsspanne über der Konsenserwartung.

Barclays-Analyst Charles Pitman-King hob die "große Begeisterung des Unternehmens" für die einerseits wieder anziehende Marktnachfrage nach Ausrüstung und andererseits die Nachfrage aus China hervor. Auch habe Sartorius seine führende Position im Bereich Einwegprodukte betont, sein Potenzial für Marktanteilsgewinne sowie die klare Strategie des neuen Vorstandschefs Michael Grosse, eine stärker auf Eigenverantwortung ausgerichtete Unternehmenskultur zu schaffen.

DOW JONES / dpa-AFX

Bildquellen: T. Schneider / Shutterstock.com

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DatumRatingAnalyst
23.06.26 Sartorius vz Neutral Goldman Sachs Group Inc.
23.06.26 Sartorius vz Halten DZ BANK
22.06.26 Sartorius vz Overweight JP Morgan Chase & Co.
22.06.26 Sartorius vz Buy Deutsche Bank AG
06.05.26 Sartorius vz Sector Perform RBC Capital Markets