Lindner: EZB-Zinserhöhung im Kampf gegen Inflation 'nachvollziehbar'


FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Bekämpfung der hartnäckig hohen Inflation hat aus Sicht von Bundesfinanzminister Christian Lindner "erste Priorität". "Geldwertstabilität wiederherzustellen ist entscheidend, nicht nur für den sozialen Zusammenhalt, sondern auch für die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt. Sonst wird irgendwann unser Fundament unterspült", sagte der FDP-Politiker am Donnerstag bei einer Bankentagung in Frankfurt, zu der er per Video zugeschaltet wurde.

Werbung

Es sei für die Bundesregierung nachvollziehbar, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in der vergangenen Woche zum zehnten Mal in Folge die Leitzinsen im Euroraum angehoben hat, sagte Lindner: "Wenngleich wir inzwischen die realwirtschaftlichen Auswirkungen nicht übersehen können - Stichwort: Baukonjunktur."

Der Leitzins, zu dem sich Banken frisches Geld bei der EZB besorgen können, liegt inzwischen bei 4,5 Prozent. Der Einlagenzins, den Banken für geparkte Gelder erhalten, hat mit 4,0 Prozent das höchste Niveau seit Beginn der Währungsunion 1999 erreicht. Höhere Zinsen verteuern Kredite, was die Nachfrage bremsen und hohen Teuerungsraten entgegenwirken kann. Allerdings sind teurere Kredite zugleich eine Last für die ohnehin schwächelnde Wirtschaft.

Die Teuerungsrate sowohl im Euroraum insgesamt als auch in Europas größter Volkswirtschaft Deutschland liegt nach jüngsten Daten mit mehr als fünf Prozent beziehungsweise mehr als sechs Prozent deutlich über der EZB-Zielmarke. Die Notenbank strebt für den Euroraum mittelfristig Preisstabilität bei zwei Prozent Inflation an. Höhere Inflationsraten zehren an der Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher, die Menschen können sich für ihr Geld weniger leisten.

/ben/DP/mis

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.