MÄRKTE EUROPA/Börsen geben mit fragiler Waffenruhe im Nahen Osten wieder nach
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DOW JONES--Die offensichtlich brüchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sorgt am Donnerstag für nachgebende Kurse an den europäischen Aktienmärkten. Zur Wochenmitte hatte die Vereinbarung noch weltweit für deutlich steigende Notierungen gesorgt. Der DAX gibt um 1,2 Prozent auf 23.804 Punkte nach. Der Euro-Stoxx-50 reduziert sich um 0,8 Prozent auf 5.864 Punkte.
Vor dem Hintergrund der neuerlichen Luftangriffe Israels im Libanon drohte der Iran, die Waffenruhe wieder aufzukündigen. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem umfassenden Abkommen kommen sollte. Allerdings hat auch der Iran erneut Raketen und Drohnen auf die arabischen Länder in der Region abgefeuert.
Ablesen lässt sich die wieder gestiegene Unsicherheit vor allem am Ölpreis. Dieser legt nach dem Einbruch am Vortag erneut zu. Ein Fass der Sorte Brent verteuert sich um 3,9 Prozent auf 98,44 Dollar und nähert sich wieder der Marke von 100 Dollar. Die in der Vereinbarung festgelegte Wiedereröffnung der Straße von Hormus scheint nicht stattgefunden zu haben, was die Engpässe bei Öl und Gas noch weiter verschärfen könnte. Dies sorgt bei den Energiewerten für Kursgewinne. Für den europäischen Sektor geht es um 0,4 Prozent nach oben. Die Aktien von Eni gewinnen 2,3 Prozent, Repsol verbessern sich um 1,7 Prozent und BP rücken um 2,2 Prozent vor.
Beobachter weisen darauf hin, dass die Ölpreise auch dann noch längere Zeit auf hohem Niveau verharren dürften, wenn die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr wieder geöffnet würde. Denn es werde einige Zeit dauern, die zerstörte Energie-Infrastruktur wiederaufzubauen. Dazu ist unklar, ob Iran möglicherweise zukünftig Durchfahrtsgebühren erheben wird, wie jüngst offenbar geschehen.
Abseits des Kriegs im Nahen Osten ist die Nachrichtenlage dünn. Konjunkturseitig ist die Produktion des produzierenden Gewerbes in Deutschland im Februar wider Erwarten etwas gesunken. Allerdings wurde der Vormonatswert nach oben revidiert. Die deutschen Exporte erhöhten sich überraschend stark gegenüber dem Vormonat.
In den USA werden am Nachmittag unter anderem die wöchentlichen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und die Februar-Daten zu den Persönlichen Einkommen und Ausgaben veröffentlicht. Im Blick haben die Akteure aber bereits stärker am Freitag anstehende neue Preisdaten, die potenziell Folgen des Ölpreisanstiegs seit dem Beginn des Iran-Kriegs zeigen dürften. Die Frage dürfte vor allem sein, wie stark sich dies auf die Inflation ausgewirkt hat, was wiederum Rückschlüsse auf die Zinsentwicklung ermöglichen könnte.
Lufthansa geben um 3,4 Prozent nach, hatten allerdings am Mittwoch einen Kurssprung von über 10 Prozent verzeichnet. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat ihre Mitglieder für Freitag zum Streik aufgerufen. Der Airline-Sektor leidet insgesamt unter der wieder gestiegenen Unsicherheit im Nahen Osten, heißt es. Nach den kräftigen Vortagesgewinnen verlieren Air France-KLM 0,4 Prozent und IAG fallen um 0,6 Prozent.
Mercedes-Benz fallen um 2,2 Prozent. Belastet von schwächerer Nachfrage vornehmlich in China hat der Konzern im ersten Quartal insgesamt 6 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahreszeitraum. Außerhalb Chinas verzeichnete der Autohersteller ein Absatzplus von 5 Prozent, angetrieben vor allem von den USA, wie er jetzt mitteilte. Aber auch in Europa stiegen die Verkaufszahlen (plus 7 Prozent).
Die Aktien von Gerresheimer reduzieren sich um 2,2 Prozent. Die Aktien fallen im Rahmen einer außerplanmäßigen Anpassung aus dem SDAX. Grund dafür sei, dass das Unternehmen die Anforderung "fristgerechte Veröffentlichung des geprüften Jahresfinanzberichts" nicht erfüllt habe, teilte Indexbetreiberin Stoxx mit. Den Platz von Gerresheimer im SDAX werden die Aktien der Shelly Group einnehmen. Die Änderungen treten mit Handelsbeginn am 10. April in Kraft.
Der österreichische Ölkonzern OMV hat mitgeteilt, dass die Ertragsentwicklung seiner Sparte Exploration & Production im ersten Quartal durch den Nahostkonflikt beeinträchtigt wurde. Höhere Öl- und Gaspreise hätten dies jedoch überkompensiert. Die Aktie sinkt um 2,1 Prozent.
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INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 5.863,72 -0,8 -49,65 5.913,37 1,2
Stoxx-50 5.064,45 -0,7 -35,51 5.099,96 3,0
DAX 23.804,38 -1,2 -276,25 24.080,63 -2,8
MDAX 29.947,76 -1,2 -347,32 27.039,42 -2,2
TecDAX 3.531,16 -1,8 -64,51 3.091,28 -2,5
SDAX 17.011,11 -1,3 -223,85 13.062,07 -1,0
CAC 8.196,23 -0,8 -67,64 8.263,87 0,6
SMI 13.059,52 -0,4 -53,91 13.113,43 -1,6
ATX 5.610,76 -1,0 -54,32 5.665,08 5,3
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:05 Uhr
EUR/USD 1,1675 +0,1 0,0013 1,1662 1,1692
EUR/JPY 185,71 +0,4 0,8200 184,89 185,1000
EUR/CHF 0,9238 +0,1 0,0010 0,9228 0,9220
EUR/GBP 0,871 +0,1 0,0004 0,8706 0,8698
USD/JPY 159,05 +0,3 0,4700 158,58 158,2800
GBP/USD 1,3402 +0,1 0,0010 1,3392 1,3439
USD/CNY 6,8403 +0,2 0,0116 6,8287 6,8287
USD/CNH 6,8386 +0,1 0,0067 6,8319 6,8288
AUS/USD 0,703 -0,2 -0,0013 0,7043 0,7055
Bitcoin/USD 71.411,50 +0,1 33,79 71.377,71 70.992,72
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
WTI/Nymex 99,16 +5,0 4,75 94,41
Brent/ICE 98,44 +3,9 3,69 94,75
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
Gold 4.743,87 +0,6 27,75 4.716,12
Silber 74,19 +0,1 0,07 74,12
Platin 2.037,02 +0,4 7,41 2.029,61
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Kontakt: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/cln
(END) Dow Jones Newswires
April 09, 2026 07:05 ET (11:05 GMT)
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