MÄRKTE EUROPA/Börsen steigen trotz falkenhafter US-Notenbank


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FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen sind am Donnerstag mit Aufschlägen in den Handel gestartet. Damit werden falkenhafte Kommentare aus der US-Notenbank weitgehend ausgeblendet. Fed-Chef Jerome Powell hatte am Vorabend die Bereitschaft unterstrichen, bei stärkerer Inflation auch mehrfach größere Zinsschritte als 25 Basispunkte vorzunehmen. Die Fed hatte seit Mai 2000 die Zinsen nicht mehr um 50 Basispunkte in einem Schritt erhöht. Die US-Renditen schossen darauf weiter nach oben. Der DAX legt im frühen Handel um 0,7 Prozent auf 14.431 Punkte zu, der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,6 Prozent auf 3.906 Zähler.

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Nach Einschätzung von Blackrock lassen die steigenden Kurse an der Börse darauf schließen, dass eine Mehrheit der Kapitalmarktteilnehmer eine drastische Wirtschaftsabschwächung als wenig wahrscheinlich erachtet und Teile des Marktes eine diplomatische Lösung in der Ukraine zumindest für gut möglich halten.

Sorge vor EU-Embargo gegen russischens Öl

Händler machen sich mit Blick auf die Ukraine vor allem Sorgen, dass die EU ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Folgen ein Energie-Embargo gegen Russland anzustreben scheine. Beim Ölpreis machten mittlerweile Szenarien über einen Anstieg von aktuell 115 auf bis zu 150 Dollar die Runde. "Ohne Fortschritte bei den Friedensgesprächen könnte die EU ein russisches Öl-Embargo vorbereiten. Höhere Energiepreise werden der EU-Wirtschaft kräftig schaden", sagt Marktstratege Stephen Innes von SPI Asset Management. Europa werde dadurch wohl in die Rezession fallen, meint Clifford Bennett, Chef-Volkswirt bei ACY Securities.

Bei Goldman Sachs befürchtet man, dass vor allem die deutsche Wirtschaft darunter leiden und Europa belasten werde. Besonders die im Wochenverlauf anstehenden Einkaufsmanagerindizes und der Ifo-Index dürften dies zeigen.

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Die Rating-Agentur Fitch hat ihre BIP-Prognose für die Weltwirtschaft um 0,7 Prozentpunkte gesenkt und sieht nun nur noch 3,5 Prozent Wachstum. Grund sei der Anstieg der Öl- und Gaspreise, der die Inputkosten der Industrie weiter treibe und die realen Einkommen der Verbraucher senke. Fitch befürchtet, dass die US-Inflation in der Spitze bis auf 9 Prozent steigen werde und selbst im Jahresmittel bei 7 Prozent bleibe.

Positiv kommt im Handel die Jahresprognose von Nemetschek (+11,5%) an. "Immer schön von jemandem zu hören, der nicht unter Ukrainekrise und Inflation leidet", sagt ein Händler. Solche Aktien dürften von Umschichtungen und erhöhten Bewertungen profitieren. Nemetschek könne die Ausgabenfreude im boomenden Bausektor voll mitnehmen, zudem werde die Inflation von einem Margenanstieg gekontert. Für 2022 erwartet Nemetschek ein Umsatzplus um 12 bis 14 Prozent.

Air Liquide mit Kapitalmarkttag

Leicht im Minus mit 0,5 Prozent zeigen sich die Aktien von Air Liquide in Paris. Die bisherigen Aussagen und Prognosen vom Kapitalmarkttag kommen aber gut an, werden aber als konservativ bezeichnet. Die neuen Mittelfristziele sehen ein Wachstum von 5 bis 6 Prozent pro Jahr bis 2025 vor. Die operative Marge des Industriegaseherstellers soll in dieser Zeit um 160 Basispunkte steigen. Von Jefferies heißt es dazu, man habe mit rund 6 Prozent Wachstum p.a. gerechnet, bei der Marge mit rund 180 Bp. Einige Investoren könnten aber davon enttäuscht sein, dass kein großer Aktienrückkauf angekündigt worden sei.

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Adidas gewinnen 2,2 Prozent und Puma 2,3 Prozent nach guten Geschäftszahlen von Nike. "Das ist der übliche Börsenreflex", kommentiert ein Händler nach dem nachbörslichen Plus von 6 Prozent bei Nike.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.906,14 +0,6% 24,34 -9,1%

Stoxx-50 3.691,08 +0,5% 17,28 -3,3%

DAX 14.430,99 +0,7% 104,02 -9,2%

MDAX 31.822,58 +0,4% 140,91 -9,4%

TecDAX 3.298,00 +0,5% 14,91 -15,9%

SDAX 14.769,36 +0,9% 129,69 -10,0%

FTSE 7.476,95 +0,5% 34,56 +0,8%

CAC 6.617,80 +0,5% 35,47 -7,5%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite 0,51 +0,04 +0,69

US-Zehnjahresrendite 2,35 +0,05 +0,84

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:19 Uhr Mo, 17:13 % YTD

EUR/USD 1,1005 -0,2% 1,0968 1,1049 -3,2%

EUR/JPY 132,58 +0,7% 132,05 131,63 +1,3%

EUR/CHF 1,0282 -0,1% 1,0273 1,0275 -0,9%

EUR/GBP 0,8351 -0,2% 0,8351 0,8367 -0,6%

USD/JPY 120,47 +0,8% 120,42 119,14 +4,7%

GBP/USD 1,3180 +0,1% 1,3133 1,3205 -2,6%

USD/CNH (Offshore) 6,3724 +0,0% 6,3718 6,3663 +0,3%

Bitcoin

BTC/USD 42.535,87 +3,4% 42.311,74 41.129,53 -8,0%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 111,30 112,12 -0,7% -0,82 +49,5%

Brent/ICE 115,48 115,62 -0,1% -0,14 +49,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.924,17 1.936,23 -0,6% -12,06 +5,2%

Silber (Spot) 25,10 25,23 -0,5% -0,13 +7,7%

Platin (Spot) 1.032,85 1.040,96 -0,8% -8,11 +6,4%

Kupfer-Future 4,68 4,70 -0,4% -0,02 +4,9%

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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/flf

(END) Dow Jones Newswires

March 22, 2022 05:00 ET (09:00 GMT)

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02.07.26 adidas Outperform RBC Capital Markets
02.07.26 adidas Overweight JP Morgan Chase & Co.
01.07.26 adidas Neutral Goldman Sachs Group Inc.