MÄRKTE EUROPA/Erholung - Erwartung an Fed-Zinserhöhung gestiegen


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DOW JONES--Mit einem deutlichen Plus haben die europäischen Börsen zum Wochenausklang den Handel beendet. Vor allem der leicht gefallene Ölpreis stützte das Sentiment - Brent kam von den jüngsten Höchstständen etwas zurück und notierte knapp unter der Marke von 105 Dollar je Barrel. Das Umfeld blieb aber weiterhin schwierig. Mit Einnahme der Stadt Mokka durch Huthi-Truppen droht der globalen Energieversorgung ein weiterer Schlag, besteht damit doch die Gefahr, dass die vom Iran unterstützten Rebellen schon bald die Kontrolle über Bab el-Mandeb übernehmen, die nach der Straße von Hormus zweite wichtige Meerenge für den internationalen Öltransport.

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Für den DAX ging es um 0,8 Prozent auf 25.569 Punkte nach oben, was im Handel vor allem als technische Gegenreaktion gedeutet wurde. Der Euro-Stoxx-50 verbesserte sich um 0,9 Prozent auf 6.325 Punkte.

Die mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreise für August fielen weitgehend im Rahmen der Erwartungen aus und lösten keine größere Reaktion am Markt aus. Allerdings hat sich die Erwartung an eine Zinserhöhung der US-Notenbank in der kommenden Woche nach den Daten erhöht. So wird am Zinsterminmarkt aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 85 nach zuvor knapp 70 Prozent eingepreist. Möglicherweise hatten einige Akteure doch mit einer positiven Überraschung nach unten gerechnet und wägen nun noch einmal neu ab, dass die gemeldeten Raten weiter klar über dem Inflationsziel der Notenbank von 2,0 Prozent liegen, hieß es.

Die Schlagzeilen vom Persischen Golf trieben das Inflationsgespenst weiter an. Die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Vortag wurde an den Märkten eher falkenhaft aufgenommen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach erstmalig davon, dass die Inflation über einen "ausgedehnten Zeitraum" über dem Ziel von 2 Prozent liegen werde. Während die meisten Ökonomen davon ausgehen, dass die Währungshüter im Dezember die Leitzinsen erneut anheben werden, gab es einzelne Stimmen, die sogar eine weitere Erhöhung im Oktober nicht ausschließen.

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Begründet wurde die Börsenresilienz auch mit den hohen Unternehmensgewinnen. Die Unternehmensergebnisse für das zweite Quartal liegen laut LFDE außerhalb der Energiebranche um 11 Prozent über dem Vorjahresniveau und damit klar über den Erwartungen. Auch unter den Analysten habe sich neuer Optimismus eingestellt, da die Unternehmensziele so stark angehoben worden seien wie seit Ende 2022 nicht mehr.

Die DAX-Gewinnerliste wurde von Infineon angeführt, die um 5,0 Prozent stiegen. Keinen positiven Impuls setzten dagegen die besser als erwartet ausgefallenen Oracle-Zahlen bei SAP - die Aktie büßte 0,3 Prozent ein. Die Umsätze von Oracle im wichtigen Cloud-Geschäft stiegen um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar und schlugen damit die Erwartungen.

MWB merkte zu den umfassenden Transformationsprogrammen bei den United-Internet-Tochtergesellschaften 1&1 Versatel und Ionos an, dass die Umstrukturierung darauf abziele, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und künftiges Wachstum zu finanzieren. Dies führe im Geschäftsjahr 2026 zum Abbau von rund 800 Arbeitsplätzen sowie zu einmaligen Aufwendungen in Höhe von 95 Millionen Euro. Nach vollständiger Umsetzung erwarte das Management jährliche Einsparungen von etwa 55 Millionen Euro. Weil der Großteil dieser Mittel jedoch in Künstliche Intelligenz und die Netzmodernisierung reinvestiert werde, bleibe der kurzfristige Impuls auf die Profitabilität begrenzt. United Internet fielen um 0,7 Prozent.

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Flatexdegiro verloren 7,9 Prozent nach überraschenden Wechseln im Aufsichtsrat. Der Vorsitzende Hans-Hermann Lotter legte den Vorsitz des Kontrollgremiums am Donnerstag mit sofortiger Wirkung nieder. Bis spätestens 10. Oktober werden Lotter und mit ihm auch Martina Pfeifer aus dem Aufsichtsrat ausscheiden. Hintergrund seien unterschiedliche Auffassungen über wesentliche Fragen der zukünftigen strategischen Ausrichtung und Positionierung des Unternehmens. Das kommt an der Börse nicht gut an.

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Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%)

Euro-Stoxx-50 6.325 +0,9 +8,3

Stoxx-50 5.333 +0,6 +7,8

Stoxx-600 639 +0,5 +7,4

DAX 25.569 +0,8 +3,6

FTSE-100 London 10.650 +0,4 +6,8

CAC-40 Paris 8.178 +0,8 -0,4

AEX Amsterdam 1.099 +0,5 +14,9

BEL-20 Brüssel 5.713 +0,4 +12,0

SMI Zürich 13.775 +0,3 +3,6

* gerundet

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:57 Uhr

EUR/USD 1,1603 -0,1 -0,0007 1,1610 1,1627

EUR/JPY 178,32 -0,6 -0,9800 179,3 179,1300

EUR/CHF 0,9464 +0,3 0,0029 0,9435 0,9431

EUR/GBP 0,8579 -0,2 -0,0014 0,8593 0,8591

USD/JPY 153,67 -0,5 -0,7500 154,42 154,0400

GBP/USD 1,3519 +0,1 0,0011 1,3508 1,3530

USD/CNY 6,708 +0,0 0,0019 6,7061 6,7061

USD/CNH 6,708 -0,1 -0,0065 6,7145 6,7128

AUS/USD 0,7174 +0,3 0,0020 0,7154 0,7168

Bitcoin/USD 77.860,56 +0,8 596,41 77.264,15 77.168,97

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 99,65 -2,8 -2,83 102,48

Brent/ICE 104,81 -2,6 -2,82 107,63

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.371,59 +1,3 55,90 4.315,69

Silber 64,55 +1,6 1,00 63,55

Platin 1.792,79 +0,9 16,11 1.776,68

(Angaben ohne Gewähr)

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/mgo

(END) Dow Jones Newswires

September 11, 2026 12:13 ET (16:13 GMT)

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