MÄRKTE EUROPA/Sorgen bezüglich Iran-Waffenruhe belasten Börsen


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DOW JONES--Die offenbar recht brüchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat am Donnerstag für Abgaben an den europäischen Aktienmärkten gesorgt. Zur Wochenmitte hatte die in letzter Minute getroffene Vereinbarung noch weltweit deutlich gestiegene Kurse ausgelöst. Der DAX gab um 1,1 Prozent auf 23.807 Punkte nach. Der Euro-Stoxx-50 reduzierte sich lediglich um 0,3 Prozent auf 5.896 Punkte, gestützt von Aufschlägen bei den Energie- und Rohstoffwerten.

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Vor dem Hintergrund der neuerlichen Luftangriffe Israels im Libanon drohte der Iran nun, die Waffenruhe wieder aufzukündigen. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem umfassenden Abkommen kommen sollte. Irans Nachbarn am Golf haben allerdings seit fast 24 Stunden keine Raketen- oder Drohnenangriffe aus Teheran mehr gemeldet - ein Anzeichen dafür, dass der Waffenstillstand allmählich greift. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sollen am Wochenende beginnen.

Ablesen konnte man die wieder gestiegene Unsicherheit vor allem am Ölpreis. Dieser legte nach dem Einbruch am Vortag erneut zu. Ein Fass der Sorte Brent verteuerte sich um 2,2 Prozent auf 96,87 Dollar und näherte sich wieder der Marke von 100 Dollar an. Die in der Vereinbarung festgelegte Wiedereröffnung der Straße von Hormus scheint nicht stattgefunden zu haben, was die Engpässe bei Öl und Gas noch weiter verschärfen könnte. Dies sorgte bei den Energiewerten für Kursgewinne. Für den europäischen Sektor ging es um 1,7 Prozent nach oben. Die Aktien von Eni gewannen 4,0 Prozent, Repsol erhöhten sich um 1,6 Prozent und BP rückten um 3,2 Prozent vor.

Beobachter wiesen darauf hin, dass die Ölpreise auch dann noch längere Zeit auf hohem Niveau verharren dürften, wenn die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr wieder geöffnet würde. Denn es werde einige Zeit dauern, die zerstörte Energie-Infrastruktur wiederaufzubauen. Dazu ist unklar, ob Iran möglicherweise zukünftig Durchfahrtsgebühren erheben wird, wie jüngst offenbar geschehen.

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Die veröffentlichten US-Konjunkturdaten setzten keine Impulse. So ist das US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2025 schwächer als bisher angenommen ausgefallen, wie aus der dritten Lesung hervorgeht. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA stiegen etwas stärker als erwartet. Der Inflationsdruck hat im Februar nach dem von der US-Notenbank favorisierten Messgröße, dem Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (Kern-PCE-Deflator) wie erwartet leicht abgenommen. Allerdings sind hier die Auswirkungen des Iran-Krieges noch nicht enthalten. Diese dürften in den am Freitag anstehenden Preisdaten für März ablesbar sein.

Lufthansa gaben um 3,2 Prozent nach, hatten allerdings am Mittwoch einen Kurssprung von über 10 Prozent verzeichnet. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat ihre Mitglieder für Freitag zu einem Streik aufgerufen. Der Airline-Sektor litt insgesamt unter der wieder gestiegenen Unsicherheit im Nahen Osten, wie es hieß. Nach den zweistelligen Vortagesprozentaufschlägen verloren Air France-KLM 0,6 Prozent und IAG fielen um 0,5 Prozent.

Die Autowerte im DAX zeigten sich mit Abgaben und geben damit einen Teil der kräftigen Vortagesgewinne wieder ab. So ging es für VW um 1,5 Prozent nach unten und BMW verloren 0,1 Prozent. Etwas deutlicher fiel das Minus mit 2,1 Prozent bei Mercedes-Benz aus. Belastet von einer schwächeren Nachfrage, vornehmlich in China, hat der Konzern im ersten Quartal insgesamt 6 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahreszeitraum. Außerhalb Chinas verzeichnete der Auto-Hersteller ein Absatzplus von 5 Prozent, angetrieben vor allem von den USA, wie er mitteilte. Aber auch in Europa stiegen die Verkaufszahlen (plus 7 Prozent).

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Die Aktien von Gerresheimer fielen um 3,3 Prozent. Die Titel werden im Rahmen einer außerplanmäßigen Anpassung den SDAX verlassen. Grund dafür sei, dass das Unternehmen die Anforderung "fristgerechte Veröffentlichung des geprüften Jahresfinanzberichts" nicht erfüllt habe, teilte Stoxx mit. Den Platz von Gerresheimer im SDAX werden die Aktien der Shelly Group (+8,2%) einnehmen. Die Änderungen treten mit Handelsbeginn am 10. April in Kraft.

Der österreichische Ölkonzern OMV teilte mit, dass die Ertragsentwicklung seiner Sparte Exploration & Production im ersten Quartal durch den Nahostkonflikt beeinträchtigt worden sei. Höhere Öl- und Gaspreise hätten dies jedoch überkompensiert. Die Aktie sank um 0,4 Prozent.

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Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%)

Euro-Stoxx-50 5.896 -0,29 2,11

Stoxx-50 5.096 -0,08 3,70

Stoxx-600 613 -0,15 3,60

DAX 23.807 -1,14 -1,67

FTSE-100 London 10.609 -0,05 6,82

CAC-40 Paris 8.264 -0,22 1,40

AEX Amsterdam 1.003 0,19 5,46

ATHEX-20 Athen 5.829 -2,83 8,93

BEL-20 Brüssel 5.393 0,46 6,19

BUX Budapest 129.731 -1,31 16,84

OMXH-25 Helsinki 6.165 -0,01 8,09

OMXC-20 Kopenhagen 1.433 -0,11 -10,91

PSI 20 Lissabon 9.450 0,37 14,36

IBEX-35 Madrid 18.132 -0,15 4,76

FTSE-MIB Mailand 47.092 0,50 4,78

OBX Oslo 1.978 2,03 23,77

PX Prag 2.624 -0,70 -2,29

OMXS-30 Stockholm 3.094 -0,48 7,33

WIG-20 Warschau 129.621 0,33 10,20

ATX Wien 5.665 -0,17 6,36

SMI Zürich 13.113 0,35 -1,16

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:05 Uhr

EUR/USD 1,1705 +0,4 0,0043 1,1662 1,1692

EUR/JPY 185,94 +0,6 1,0500 184,89 185,1000

EUR/CHF 0,9232 +0,0 0,0004 0,9228 0,9220

EUR/GBP 0,8707 +0,0 0,0001 0,8706 0,8698

USD/JPY 158,83 +0,2 0,2500 158,58 158,2800

GBP/USD 1,3441 +0,4 0,0049 1,3392 1,3439

USD/CNY 6,8314 +0,0 0,0027 6,8287 6,8287

USD/CNH 6,8306 -0,0 -0,0013 6,8319 6,8288

AUS/USD 0,7086 +0,6 0,0043 0,7043 0,7055

Bitcoin/USD 72.263,73 +1,2 886,02 71.377,71 70.992,72

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 98,64 +4,5 4,23 94,41

Brent/ICE 96,87 +2,2 2,12 94,75

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.794,49 +1,7 78,37 4.716,12

Silber 75,95 +2,5 1,82 74,12

Platin 2.105,95 +3,8 76,34 2.029,61

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Kontakt: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/flf

(END) Dow Jones Newswires

April 09, 2026 12:12 ET (16:12 GMT)

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