MÄRKTE EUROPA/Weiter Aufwärts - US-Notenbank rückt in den Fokus


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FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte legen am Donnerstag erneut deutlich zu. Die Investoren warten weiter auf das Ende des Wahlkrimis in den USA, wobei es immer mehr nach einem Sieg des demokratischen Herausforderers Joe Biden aussieht. Sollten gleichzeitig die Republikaner den Senat verteidigen, wäre das laut Marktteilnehmern aus Sicht der Börsen positiv, weil Biden dann nicht "durchregieren" könne und die Republikaner die geplanten Steuererhöhungen verhindern könnten.

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Da auf Grund der politischen Machtverteilung ein großes und schnelles Fiskalpaket etwas unwahrscheinlicher wird, wird auch spekuliert, dass die US-Notenbank nach Handelsschluss in Europa aktiv werden könnte. "Einige Marktbeobachter haben bereits richtigerweise darauf hingewiesen, dass bei ausbleibendem fiskalischen Stimulus die Fed in die Bresche springen könnte - insbesondere nun, da sich eine weitere Viruswelle in den USA abzeichnet", so die Commerzbank.

Der DAX gewinnt 1,6 Prozent auf 12.524 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 1,5 Prozent auf 3.208 Punkte nach oben. Der Dollar tendiert knapp behauptet, die Kurse am Anleihemarkt liegen gut behauptet.

"Für Deutschland wäre ein Sieg von Biden positiv, weil sich der Handelskonflikt dann entspannen könnte", sagt Heino Ruland von Ruland Research. US-Präsident Trump stemmt sich jedoch gegen die drohende Niederlage - wie ein Beobachter meint "mit allen legitimen und illegitimen Mitteln". Eine längere juristische Hängepartie könne daher die Stimmung auch wieder belasten.

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Technologiewerte liegen im Sektorvergleich vorne

Nach guten US-Vorlagen liegt der Technologiesektor 3,0 Prozent im Plus. Dialog Semiconductor machen einen Sprung von 5 Prozent. Das Unternehmen erwartet im vierten Quartal Umsätze zwischen 380 und 430 Millionen Dollar - dem steht laut Hauck & Aufhäuser eine Konsensschätzung von 368 Millionen entgegen. Nach starken Zahlen geht es für Compugroup um 10 Prozent nach oben. Das IT-Unternehmen profitiert von der anhaltenden Digitalisierung des Gesundheitswesens, die im Zuge der Pandemie einen deutlichen Schub verzeichnet.

Gesucht sind auch Windkraft-Aktien. Die Aussicht auf einen Wahlsieg von Joe Biden und seine grünere Energiepolitik treiben Vestas um 4,7, Nordex um 3,6 und Siemens Gamesa um 4,3 Prozent.

Unternehmensseitig tobt die Berichtssaison. Ziemlich überrascht äußern sich Händler über die Zahlen der Societe Generale, worauf der Kurs um 4,9 Prozent zulegt. Das Geschäft im dritten Quartal zeige eine massive Erholung gegenüber dem Vorquartal. Die Gewinnschätzung für den Nettogewinn sei mit 862 Millionen Euro fast um das Doppelte überboten worden.

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"Genau andersrum als bei der SocGen", heißt es zu den Zahlen der ING Groep. Bei den Niederländern halbierte sich der Nettogewinn im dritten Quartal nahezu gegenüber Vorjahr. ING verlieren 4,2 Prozent. Nicht gut kommen zudem die Zahlen der Commerzbank an - die Aktie verliert 7 Prozent. Im Quartal verbuchte die Commerzbank einen Vorsteuerverlust von 43 Millionen Euro nach einem Gewinn von 441 Millionen im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Konsens mit einem Verlust von 40 Millionen gerechnet.

Munich Re weiterhin ohne Ausblick

Das Zahlenwerk von Munich Re im dritten Quartal ist nach Einschätzung der DZ Bank durchwachsen. Es sei "geprägt von immer noch hohen Schadenbelastungen durch die Covid-19-Krise". Selbst im November sei der Vorstand des Rückversicherers noch nicht in der Lage, einen Ausblick auf den in diesem Jahr zu erwartenden Gewinn zu geben. Die Aktie stellt mit einem Minus von 3 Prozent den Verlierer im DAX.

Der weltgrößte Industriegase-Anbieter Linde (plus 3,1 Prozent) spürt zwar die Auswirkungen der Coronavirus-Krise, ist aber dank einer besseren Entwicklung in seinem Amerika-Geschäft besser als erwartet durchs dritte Quartal gekommen und erhöht nun seine Jahresprognose.

Prosieben schießen um 12 Prozent nach oben. "Die Hoffnungen auf eine Bodenbildung in der Branche seit den Zahlen von WPP scheinen sich zu bewahrheiten", kommentiert ein Händler. Prosieben rage hier sogar noch positiv hervor, da der Gewinn stärker als erwartet gesteigert worden sei. Als leicht enttäuschend bewertet ein Marktteilnehmer die Zahlen von Gea. Sowohl Umsatz als auch Auftragseingang lägen leicht unter den Erwartungen. Gea verlieren 4,4 Prozent.

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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 3.208,14 1,49 47,07 -14,34

Stoxx-50 2.907,56 0,70 20,29 -14,56

DAX 12.524,35 1,62 200,13 -5,47

MDAX 27.555,67 1,15 314,30 -2,67

TecDAX 3.039,57 2,54 75,21 0,82

SDAX 12.359,20 1,61 195,57 -1,22

FTSE 5.909,29 0,44 26,03 -22,00

CAC 4.979,72 1,16 56,87 -16,70

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Dt. Zehnjahresrendite -0,64 0,00 -0,88

US-Zehnjahresrendite 0,74 -0,03 -1,94

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:23 Mi, 17:14 % YTD

EUR/USD 1,1812 +0,77% 1,1740 1,1701 +5,3%

EUR/JPY 123,02 +0,43% 122,46 122,27 +0,9%

EUR/CHF 1,0716 +0,03% 1,0695 1,0672 -1,3%

EUR/GBP 0,9040 -0,20% 0,9022 0,9017 +6,8%

USD/JPY 104,15 -0,35% 104,32 104,49 -4,3%

GBP/USD 1,3066 +0,96% 1,3011 1,2976 -1,4%

USD/CNH (Offshore) 6,6107 -0,19% 6,6342 6,6462 -5,1%

Bitcoin

BTC/USD 14.635,50 +3,52% 14.399,25 13.971,00 +103,0%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 38,90 39,15 -0,6% -0,25 -31,1%

Brent/ICE 41,08 41,23 -0,4% -0,15 -38,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.918,68 1.904,20 +0,8% +14,48 +26,5%

Silber (Spot) 24,53 23,93 +2,5% +0,61 +37,5%

Platin (Spot) 885,00 872,00 +1,5% +13,00 -8,3%

Kupfer-Future 3,09 3,11 -0,5% -0,02 +9,4%

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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/ros

(END) Dow Jones Newswires

November 05, 2020 06:53 ET (11:53 GMT)

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