MÄRKTE EUROPA/Wenig verändert - Nagarro haussieren

29.06.26 13:38 Uhr

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DOW JONES--Europas Börsen zeigen sich am Montagmittag wenig verändert. Das Umfeld bleibt insgesamt konstruktiv. Der Ölpreis, auch wenn er zu Wochenbeginn etwas anzieht, bewegt sich in der Zwischenzeit wieder auf Niveaus wie zum Zeitpunkt des Beginns des Iran-Kriegs. Die USA und der Iran haben sich darauf geeinigt, die jüngsten tagelangen gegenseitigen Kämpfe um die Straße von Hormus zu beenden und die Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Ein US-Beamter sagte, Schiffe würden sich nun wieder durch die Meerenge bewegen. Dem DAX fehle es momentan aber anscheinend an Kurssteigerungsfantasie, merkt die DZ Bank an.

Mit Blick auf die kommenden Tage stehen am Mittwoch die Erzeugerpreise Juni aus der Eurozone im Fokus. Im Marktkonsens wird ein leichter Rückgang der Inflation im Euroraum erwartet. Dies könnte als ein erstes Anzeichen für eine beginnende leichte Abschwächung des Preisdrucks vom Höchststand gewertet werden. Am Donnerstag steht dann der US-Arbeitsmarktbericht aus den USA einen Tag früher als gewohnt auf der Agenda. Am Freitag bleiben die US-Börsen im Vorfeld des Unabhängigkeitstages geschlossen.

Der DAX verliert 0,1 Prozent auf 24.656 Punkte, und zeigt sich damit kaum verändert zum Freitagschluss. Für den Euro-Stoxx-50 geht es ebenfalls um 0,1 Prozent nach unten auf 6.217 Punkte. Der Euro zieht leicht an auf 1,1403 Dollar. Die Anleger blicken auf das am Berichtstag beginnende Zentralbanker-Forum in Sintra, das bis Mittwoch andauern wird. Hier wird sich auch der neue Chairman der US-Notenbank, Kevoin Warsh, präsentieren. Die Anleger erhoffen sich vor allem Hinweise auf die weitere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die meisten Beobachter rechnen mit einer weiteren Zinserhöhung im laufenden Jahr trotz des jüngsten Rückgangs des Ölpreises.

Daneben dürfte die Berichtssaison für das zweite Quartal schon bald Akzente setzen. Das Gewinnwachstum in Europa dürfte sich im zweiten Quartal laut den Konsensschätzungen am Markt auf 12 Prozent im Jahresvergleich beschleunigt haben, so die Deutsche Bank. Diese Dynamik werde jedoch stark vom Energiesektor getrieben, während das zugrunde liegende Wachstum ohne Energie voraussichtlich im mittleren einstelligen Bereich bleiben werde.

Die Aktie von Nagarro haussiert mit Aufschlägen von 91,2 Prozent auf 77,25 Euro. Den Grund liefert ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot von 81 Euro pro Aktie von Persistent Systems. Vorstand und Aufsichtsrat von Nagarro unterstützten die Transaktion und empfehlen die Annahme.

Prosus plant Aktienrückkauf

Der Technologie-Investor Prosus (+3,4%) plant im kommenden Jahr Aktienrückkäufe im Volumen von 5 Milliarden US-Dollar und sucht weiterhin nach Übernahmemöglichkeiten. Damit will das Unternehmen die Gewinne aus seiner Beteiligung an der chinesischen Tencent Holdings in das eigene Geschäft investieren. Das in Amsterdam börsennotierte Unternehmen ist der größte Aktionär von Tencent und Eigentümer von Unternehmen wie den Essenslieferplattformen Just Eat Takeaway und iFood. Prosus teilte am Montag mit, dass es weiterhin in das eigene Geschäft investieren wolle, um Wachstum und Rentabilität zu steigern.

Optimistisch zeigen sich die Analysten von Jefferies für VW (-2,1%), die das Kursziel bei unverändertem Kaufvotum auf 120 Euro nach zuvor 130 gesenkt haben. VW bleibe eine Baustelle und sei mehr denn je von Europa abhängig, während der Konzern eine weitere Restrukturierungsrunde einleite. Derweil berichtet die "Bild"-Zeitung, dass die Wolfsburger das Projekt des mit Bosch geplanten Autopiloten beende. Der "Rausschmiss von Bosch" ist Teil des aktuellen Rettungsplans, der das Überleben von Volkswagen sichern soll.

Gerresheimer hat zwar nun einen testierten Jahresabschluss 2025 mit "uneingeschränktem Bestätigungsvermerk" erhalten und unter dem Strich einen Verlust verbucht. Der Ausblick für das laufende Jahr wurde im Zuge der Veröffentlichung aber gesenkt. Als Gründe nennt der Verpackungshersteller "kundenseitige Projektverschiebungen", "operative Herausforderungen" unter anderem im Zusammenhang mit Produktionsanläufen sowie das herausfordernde wirtschaftliche Umfeld. Für die Gerresheimer-Aktie geht es um 2,2 Prozent nach unten.

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INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 6.217,25 -0,1 -4,30 6.221,55 7,4

Stoxx-50 5.338,80 -0,1 -3,52 5.342,32 8,6

DAX 24.656,31 -0,1 -14,91 24.671,22 0,7

MDAX 31.615,27 +0,1 26,62 27.039,42 3,3

TecDAX 3.894,41 +0,9 34,25 3.091,28 7,5

SDAX 18.043,92 +1,6 276,15 13.062,07 5,1

FTSE 10.476,78 -0,3 -31,24 10.508,02 5,5

CAC 8.355,40 -0,4 -29,47 8.384,87 2,5

SMI 14.148,48 -0,2 -24,23 14.172,71 6,6

ATX 6.369,81 -0,6 -36,36 6.406,17 19,6

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:20 Uhr

EUR/USD 1,1403 +0,2 0,0020 1,1383 1,1402

EUR/JPY 184,54 +0,2 0,4300 184,11 184,3500

EUR/CHF 0,9217 -0,0 -0,0001 0,9217 0,9217

EUR/GBP 0,8616 -0,1 -0,0009 0,8625 0,8630

USD/JPY 161,82 +0,1 0,0900 161,73 161,6700

GBP/USD 1,3231 +0,2 0,0030 1,3201 1,3209

USD/CNY 6,7936 -0,1 -0,0044 6,7980 6,7980

USD/CNH 6,7974 -0,1 -0,0074 6,8048 6,8015

AUS/USD 0,6898 +0,0 0,0001 0,6897 0,6903

Bitcoin/USD 59.929,76 +0,6 351,94 59.577,82 59.883,66

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 70,03 +1,2 0,80 69,23

Brent/ICE 72,53 +0,8 0,54 71,99

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.032,20 -1,4 -56,03 4.088,23

Silber 57,72 -2,4 -1,44 59,16

Platin 1.584,70 -1,8 -29,59 1.614,29

(Angaben ohne Gewähr)

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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