Merz und Macron wollen Beziehungen wieder in Schwung bringen


BRÜHL/NÖRVENICH (dpa-AFX) - Gemeinsame nukleare Abschreckung, Manöver der multinationalen Ukraine-Truppe und das weitere Vorgehen nach dem weitgehenden Scheitern des Kampfjet-Projekts FCAS: Beim deutsch-französischen Regierungstreffen in Brühl und Nörvenich bei Köln wird die Kooperation im Verteidigungsbereich einer der Schwerpunkte sein. Daneben geht es an diesem Freitag um die Europapolitik, die wirtschaftliche Zusammenarbeit und den gesellschaftlichen Austausch zwischen beiden Ländern.

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Am Morgen tagt zunächst der deutsch-französische Verteidigungs- und Sicherheitsrat (9.00 Uhr) unter Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf dem Fliegerhorst Nörvenich. Dabei soll es unter anderem um die Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung auf Basis des französischen Atomwaffenarsenals gehen, die bereits im März vereinbart wurde. Eine erste gemeinsame Luftwaffenübung fand bereits am Donnerstag statt.

Anschließend tagt der sogenannte Ministerrat auf Schloss Augustusburg in Brühl (11.00 Uhr). An den Beratungen nehmen auf beiden Seiten Minister und Staatssekretäre aus zehn Ressorts statt. Das Rokoko-Schloss aus dem 18. Jahrhundert ist ein historisch bedeutender Ort für die deutsch-französischen Beziehungen. Dort schlug 1962 der damalige französische Präsident Charles De Gaulle dem Kanzler Konrad Adenauer einen deutsch-französischen Freundschaftsvertrag vor, der 1963 im Pariser Élysée-Palast unterzeichnet wurde.

Zuletzt holperte es in den deutsch-französischen Beziehungen unter anderem wegen der FCAS-Pleite. Das Regierungstreffen soll jetzt wieder neue Impulse bringen. Für Macron ist es allerdings der letzte deutsch-französische Ministerrat. Im nächsten Frühjahr findet in Frankreich die Präsidentschaftswahl statt, bei der er nach zwei Amtszeiten nicht mehr antritt./mfi/evs/DP/men

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