Alibaba-Aktie bricht nach milliardenschwerer Kapitalerhöhung für KI-Offensive ein
Ein Milliarden-Deal für die KI-Offensive lässt die Alibaba-Aktie in Hongkong deutlich nachgeben, dabei war die Nachfrage der Investoren enorm hoch.
Werte in diesem Artikel
- Frische Milliarden für die KI-Offensive drücken Alibaba-Aktie spürbar nach unten
- Staatsfonds griffen bei der Platzierung offenbar kräftig zu
- Analysten bleiben trotz des Kursrutsches überwiegend optimistisch gestimmt
Die Alibaba-Aktie gerät am Montag in Hongkong deutlich unter Druck, nachdem der Technologiekonzern eine milliardenschwere Aktienplatzierung final bepreist hatte. Das Papier verlor an der heimischen Börse letztlich 8,54 Prozent auf 112,50 Hongkong-Dollar.
Größte Kapitalerhöhung eines gelisteten Unternehmens in Hongkong
Alibaba hatte die Platzierung von 710 Millionen neuen Stammaktien am Sonntag gestartet und noch am selben Tag final bepreist. Je Aktie zahlten Investoren 112,70 Hongkong-Dollar, insgesamt kamen so rund 80 Milliarden Hongkong-Dollar beziehungsweise etwa 10,2 Milliarden US-Dollar zusammen. Reuters bezeichnete den Deal als größte Primärkapitalerhöhung eines bereits gelisteten Unternehmens in der Geschichte der Börse Hongkong. Zudem sei die Platzierung die weltweit drittgrößte Transaktion dieser Art im laufenden Jahr gewesen, hinter Platzierungen von Alphabet und Intel.
Die Nachfrage der Investoren fiel stark aus, auch Staatsfonds sollen sich beteiligt haben, wie Reuters mit Verweis auf mit der Sache vertraute Personen berichtet. Alibaba habe das Emissionsvolumen dem Bericht zufolge erhöht, nachdem das Angebot überzeichnet gewesen sei. Als Konsortialführer fungierten Morgan Stanley, HSBC, UBS und CICC. Der Abschluss der Transaktion wird für den 26. August 2026 erwartet, vorbehaltlich üblicher Vollzugsbedingungen.
Kapital fließt komplett in KI-Infrastruktur
Alibaba kündigte an, den gesamten Nettoerlös der Platzierung in den Ausbau seiner sogenannten Full-Stack-KI-Fähigkeiten zu investieren, einschließlich der KI-Infrastruktur. Die Kapitalerhöhung erfolgt rund eine Woche nach den Quartalszahlen, in denen Alibaba mitteilte, bereits fast die Hälfte seines im Oktober 2025 angekündigten Investitionsplans über 380 Milliarden Yuan für KI-Infrastruktur ausgegeben zu haben. Die erwartete Amortisationszeit für die KI-Investitionen habe sich demnach auf zweieinhalb Jahre verkürzt, während der Quartalsgewinn wegen der hohen Ausgaben um 75 Prozent eingebrochen sei.
Bereits Mitte August 2026 hatte die Cloud-Sparte Alibaba Cloud ihr drittes Rechenzentrum in Südkorea eröffnet und ihr Netzwerk damit auf 104 Verfügbarkeitszonen in 30 Regionen ausgebaut. CEO Eddie Wu erklärte auf der Analystenkonferenz zu den Quartalszahlen, die hohen Investitionen in Rechenkapazität seien Voraussetzung für das geplante Wachstum der KI-Infrastruktur, die nun auch durch die Kapitalerhöhung finanziert werde.
Analysten bleiben trotz Kursrutsch der Alibaba-Aktie optimistisch
Am Kapitalmarkt hat der Kursrutsch die grundsätzlich positive Einschätzung vieler Analysten bislang nicht erschüttert. JPMorgan-Analyst Alex Yao bestätigte letzten Freitag seine Kaufempfehlung für die Alibaba-Aktie und hob das Kursziel auf 210 US-Dollar an, zuvor lag es bei 205 US-Dollar. Citi-Analystin Alicia Yap blieb am selben Tag bei Buy, senkte ihr Kursziel jedoch leicht auf 190 US-Dollar von zuvor 192 US-Dollar. Morgan Stanley-Analyst Gary Yu sieht das Papier bei einem Kursziel von 180 US-Dollar ebenfalls auf Kaufniveau, während Robert W. Baird-Analyst Colin Sebastian sein Kursziel auf 160 US-Dollar von 164 US-Dollar zurücknahm, die Einstufung Buy aber beibehielt.
Insgesamt bewerten zehn erfasste Analysten die Alibaba-Aktie mit Buy, keiner rät zu Halten oder Verkaufen. Das mittlere Kursziel liegt bei 185,67 US-Dollar, die Spanne reicht von 160 bis 210 US-Dollar.
Martina Köhler, Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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