Ministerin Lemke weiter besorgt über nukleare Sicherheit in Ukraine


BERLIN (dpa-AFX) - Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat sich wegen des Kriegs in der Ukraine sehr besorgt über die Sicherheit der dort angesiedelten Atomkraftwerke geäußert. "36 Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe ist die Welt wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine erneut in Sorge um die Sicherheit ukrainischer Atomkraftwerke", sagte Lemke am Montag. Russland habe in Kauf genommen, das Risiko eines AKW-Unfalls "durch militärische Aggression zu erhöhen", sagte die Grünen-Politikerin mit Blick auf die Sicherheit von Europas größtem Atomkraftwerk im südöstlich gelegenen Saporischschja. Auf dessen Gelände war es im Zuge der Kampfhandlungen Anfang März zu einem Brand gekommen.

Werbung

Das Atom-Unglück von Tschernobyl jährt sich an diesem Dienstag zum 36. Mal. Am 26. April 1986 war es dort zu einem der größten Unfälle in der Geschichte der Atomenergie gekommen. Im Zuge dessen waren große Mengen radioaktiver Stoffe über Europa verteilt worden. Noch heute lagern in Tschernobyl radioaktive Abfälle.

Nach der russischen Invasion am 24. Februar war die Sperrzone um das havarierte AKW zeitweise von russischen Einheiten eingenommen worden. Dort war auch zwischenzeitlich die Stromversorgung unterbrochen - was Experten zufolge aber in dem seit vielen Jahren stillgelegten AKW nur noch eine begrenzte Gefahr darstellt. In dieser Woche reist ein Team der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nach Tschernobyl, um unter anderem Strahlenmessungen vorzunehmen.

Nach Ansicht der Chefin des Bundesamts für Strahlenschutz, Inge Paulini, geht im Falle eines AKW-Unfalls vor allem von aktiven Atomkraftwerken eine hohe Strahlengefahr aus. "Es ist in keinster Weise vorgesehen, dass sich um ein Atomkraftwerk herum Kriegshandlungen abspielen", hatte Paulini erst kürzlich im Gespräch mit dpa betont. Ihr Amt beobachte die Lage in der Ukraine sehr genau.

Werbung

Insgesamt verfügt das Land über vier aktive AKW mit 15 Reaktoren sowie mehrere Atommüll-Lager. Das AKW Saporischschja soll aktuell weiterhin von russischen Truppen besetzt sein.

/faa/DP/jha

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.