Nach Luftbuchungen

Wirecard-Aktie tiefrot: Amtsgericht München eröffnet Wirecard-Insolvenzverfahren - 730 Mitarbeitern und den Vorständen gekündigt


Wirecard-Aktie tiefrot: Amtsgericht München eröffnet Wirecard-Insolvenzverfahren - 730 Mitarbeitern und den Vorständen gekündigt

Das Amtsgericht München hat das Insolvenzverfahren über Wirecard eröffnet.

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Das Verfahren schließt neben der Wirecard AG sechs Tochterfirmen des Konzerns ein, wie das Gericht mitteilte. Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Michael Jaffé bestellt, der dieses Amt bereits vorläufig innehatte.

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Wirecard musste im Juni Insolvenz anmelden, nachdem Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro ans Licht gekommen waren. Derzeit wird gegen mehrere ehemalige Wirecard-Manager wegen Betrugs ermittelt. Der frühere CEO Markus Braun sitzt in Haft, während sich der ehemalige für das Asien-Geschäft zuständige Vorstand Jan Marsalek auf der Flucht befindet.

Insolvenzverwalter Jaffé treibt derzeit die Zerschlagung des Wirecard-Konzerns voran. Über den Verkauf des Kerngeschäfts laufen derzeit Verhandlungen, während die Nordamerika-Tochter kurz vor der Veräußerung steht. Für das Brasilien-Geschäft und Aktivitäten in Großbritannien gibt es bereits Käufer.

Wirecard-Insolvenzverwalter kündigt 730 Mitarbeitern und den Vorständen

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die Wirecard AG und sechs deutsche Tochtergesellschaften setzt der Verwalter den Rotstift an. Weil mit der Eröffnung der Insolvenzgeldzeitraum ende, müssten die bestehenden Strukturen des Unternehmens angepasst werden, teilte der Insolvenzverwalter Michael Jaffé mit. Es müssten sowohl Kündigungen von Miet- und Leasingverträgen als auch für rund 730 Mitarbeiter ausgesprochen werden. Auch die Vorstandsverträge werden insolvenzbedingt gekündigt.

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"Die wirtschaftliche Lage der Wirecard AG war und ist angesichts der fehlenden Liquidität und der bekannten skandalösen Begleitumstände äußerst schwierig", sagte Jaffé. Die Einschnitte seien erforderlich, um eine Fortführung des Kerngeschäfts der Wirecard AG, das sogenannte Acquiring- und Issuing-Geschäfts, überhaupt möglich zu machen. Jaffé ist derzeit dabei, das Unternehmen zu zerschlagen und die Teile zu verkaufen. Für das Kerngeschäft gibt es mehrere Interessenten.

Bei Beantragung der Insolvenz im Juni sei die Rate, mit der Barmittel verbrannt wurden, bereits enorm gewesen. Das Unternehmen habe Ressourcen für ein nur vermeintliches Wachstum aufgebaut und mit Zukäufen zahlreicher Gesellschaften, deren Integration nicht oder nur schleppend betrieben wurde, "erhebliche" Überkapazitäten geschaffen.

Es könnten am Standort Aschheim rund 570 Mitarbeiter weiterbeschäftigt werden, davon 350 in den insolventen Gesellschaften und 220 in der Wirecard Bank AG, die nicht insolvent ist.

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Die Erlöse aus dem Verkauf von Unternehmensteilen sollen den Gläubigern zugutekommen. Die erste Gläubigerversammlung findet am 18. November in München statt.

Unterdessen laufe die Aufklärung der Umstände, die zur Insolvenz geführt hatten, heißt es in der Mitteilung des Verwalters weiter. Diese werde aber angesichts des enormen Umfangs an Daten und Zahlungsvorgängen noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Wirecard musste im Juni Insolvenz anmelden, nachdem Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro ans Licht gekommen waren. Derzeit wird gegen mehrere ehemalige Wirecard-Manager wegen Betrugs ermittelt. Der frühere CEO Markus Braun sitzt in Haft, während sich der ehemalige für das Asien-Geschäft zuständige Vorstand Jan Marsalek auf der Flucht befindet.

Die Wirecard-Aktie gibt im XETRA-Handel daraufhin zeitweise 6,35 Prozent ab auf 1,17 Euro.

FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: Pavel Kapysh / Shutterstock.com

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DatumRatingAnalyst
26.06.20 Wirecard Verkaufen Independent Research GmbH
25.06.20 Wirecard Verkaufen Norddeutsche Landesbank (Nord/LB)
22.06.20 Wirecard Verkaufen Independent Research GmbH
19.06.20 Wirecard Reduce Oddo BHF
18.06.20 Wirecard Verkaufen Independent Research GmbH