Nahostkonflikt

Friedensdeal beflügelt Lufthansa und TUI, Rüstungsaktien HENSOLDT, RENK & Co. im Minus


Friedensdeal beflügelt Lufthansa und TUI, Rüstungsaktien HENSOLDT, RENK & Co. im Minus

Das Friedensabkommen zwischen Iran und USA kommt und sortiert den Markt neu: Tourismus- und Luftfahrtwerte profitieren, während Rüstungstitel ihren Rückenwind verlieren.

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• USA und Iran einigen sich auf Friedensabkommen
• Tourismus- und Luftfahrtsektor feiern an der Börse
• Rüstungswerte und der Ölsektor geraten unter Druck

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Die USA und der Iran haben sich am Sonntagabend auf ein Friedensabkommen geeinigt. US-Präsident Donald Trump bestätigte die Einigung auf seiner Plattform Truth Social und kündigte die Wiedereröffnung der Straße von Hormus an. Für den deutschen Aktienhandel am Montag bedeutet das eine Sektorrotation: Tourismus- und Luftfahrtwerte legen deutlich zu, Öl- und Rüstungsaktien geraten hingegen unter Druck.

Kerosin-Effekt treibt TUI, Lufthansa und Airbus

Bereits am Freitag hatte die Hoffnung auf eine Einigung die Sektoren in Bewegung gebracht. Lufthansa-Titel gewannen via XETRA 5,18 Prozent auf 8,45 Euro, TUI-Aktien legten sogar 8,69 Prozent auf 7,08 Euro zu, Airbus zog um 2,25 Prozent auf 179,26 Euro an. Jetzt, da das Abkommen Realität ist, hält der positive Effekt an.
Für die Lufthansa-Aktie ging es am Montag letztlich um weitere 4,52 Prozent nach oben auf 8,83 Euro. Die Papiere von TUI zogen um 3,45 Prozent an auf 7,32 Euro, während Airbus um 2,51 Prozent auf 183,76 Euro zulegten.
Der Mechanismus ist direkt: Kerosin ist für Fluggesellschaften der größte einzelne Kostenblock. Sinken die Ölpreise, verbessern sich die Margen der Airlines unmittelbar, und Reiseveranstalter wie TUI profitieren zusätzlich von einer sichereren geopolitischen Lage, die die Buchungsbereitschaft stützt.

TUI noch weit unter Jahreshoch

Trotz der jüngsten Kursgewinne notiert TUI noch mehr als ein Viertel unter dem Jahreshoch von 9,56 Euro. Der Reisekonzern muss auf mehreren Feldern gleichzeitig liefern: Günstigere Kerosinkosten verbessern zwar die Marge je Reise, können aber schwache Nachfrage nicht ersetzen. Entscheidend bleibt, wie sich die Sommerbuchungen 2026 entwickeln. Zusätzlich hatten Leerverkäufer TUI zuletzt mit einer erhöhten Shortquote belegt, was Eindeckungskäufe als Kurstreiber nicht ausschließt.

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Rüstungsaktien verlieren ihren geopolitischen Rückenwind

Die Kehrseite des Friedensszenarios: Rüstungswerte büßen ihre geopolitische Risikoprämie ein. Rheinmetall verlor am Freitag bereits 1,18 Prozent auf 1.205,60 Euro, HENSOLDT gab 4,13 Prozent auf 75,62 Euro nach. Für RENK ging es um 4,97 Prozent auf 46,21 Euro nach unten.
Am Montag setzte sich der Druck fort: Rheinmetall-Aktien notierten via XETRA letztlich 4,6 Prozent tiefer bei 1.150,20 Euro. Für HENSOLDT ging es um 5,13 Prozent nach unten auf 71,74 Euro, während die Anteilsscheine von RENK 1,93 Prozent auf 45,32 Euro verloren. In diesem Jahr haben Rheinmetall jetzt fast ein Viertel an Wert verloren. RENK kommen 2026 auf ein Minus von knapp 16 Prozent, während sich HENSOLDT in der Jahresbilanz noch knapp im Plus bewegen.
Auch Ölwerte stehen unter Druck, nachdem die Preise infolge der Einigung deutlich nachgegeben haben.

Fokus auf Abkommensumsetzung

Für die weitere Kursentwicklung wird es darauf ankommen, ob das vorläufige Abkommen hält. Der Iran hat klargestellt, dass die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen erst in einem Zeitraum von 60 Tagen stattfinden sollen, und sich Gegenmaßnahmen für den Fall von Vertragsverstößen vorbehalten. Anleger, die auf Tourismus- und Luftfahrtwerte wie TUI oder Lufthansa setzen, sollten diese Brüchigkeit im Blick behalten: Jede Eskalation könnte die Ölpreise rasch wieder nach oben treiben und die Margenrechnung der Airlines umkehren. Der nächste Bewährungstest ist die formelle Unterzeichnung des Abkommens, die laut Berichten für diesen Freitag vorgesehen ist.

Evelyn Schmal, Julia Walter, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Bildquellen: Gil C / Shutterstock.com, TUI

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