D-Wave Quantum-Aktie dennoch im Minus: NTT DOCOMO setzt zweite Quantenanwendung von D-Wave produktiv ein
Japans größter Mobilfunkanbieter nutzt nun eine zweite Anwendung auf Basis der Technologie von D-Wave Quantum im laufenden Netzbetrieb.
Werte in diesem Artikel
- Neue Quantenanwendung senkt Signalisierungslast in Japans größtem Mobilfunknetz
- NTT DOCOMO baut Zusammenarbeit mit D-Wave Quantum auf zweiten Anwendungsfall aus
- Aktie reagiert vorbörslich nur verhalten auf die neue Kooperationsmeldung
D-Wave Quantum, Anbieter von Quantencomputing-Systemen, hat gemeinsam mit NTT DOCOMO eine zweite produktive Quantenanwendung im Mobilfunknetz des japanischen Betreibers vermeldet. Die Software optimiert sogenannte Tracking-Area-Lists und soll die Signalisierungslast im Netz spürbar senken.
Was die neue DOCOMO-Anwendung leistet
D-Wave Quantum und NTT DOCOMO gaben am Dienstag bekannt, dass der japanische Netzbetreiber eine zweite von D-Wave unterstützte Quantenanwendung im laufenden Betrieb einsetzt. Die Software optimiert sogenannte Tracking-Area-Lists, also Gruppierungen geografischer Bereiche innerhalb des Mobilfunknetzes, und reduzierte laut Unternehmensangaben die Standortregistrierungssignale an Tagesspitzenwerten um 65,3 Prozent, während gleichzeitig die Paging-Signale um 7,0 Prozent sanken. Beide Signalarten entwickeln sich laut D-Wave typischerweise gegenläufig, weshalb die gleichzeitige Reduktion als technische Besonderheit hervorgehoben wird. In einem repräsentativen Testfall mit 333 Basisstationen, drei Tracking-Area-Lists und neun Tracking-Areas sei die Optimierung binnen rund fünf Minuten abgeschlossen worden, die Ergebnisse seien bereits in DOCOMOs Netzplanung und Tagesbetrieb übernommen worden.
Die neue Anwendung erweitert eine bestehende Kooperation: Die erste produktive D-Wave-Anwendung bei DOCOMO hatte bereits die Paging-Effizienz innerhalb einzelner Tracking-Areas verbessert. D-Wave-CEO Alan Baratz erklärte, DOCOMO zeige Netzbetreibern weltweit, wie sich produktiver Quanteneinsatz über einen einzelnen Anwendungsfall hinaus auf zunehmend komplexere betriebliche Herausforderungen übertragen lasse. Hiroshi Kawakami, Senior Manager der Data-Platform-Abteilung von NTT DOCOMO, dem größten Mobilfunkanbieter Japans mit mehr als 93 Millionen Abonnements, erklärte, die Anwendung balanciere zwei konkurrierende Netzanforderungen aus. Die Mitteilung wurde am selben Tag als Form 8-K bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht.
D-Wave Quantum: Reaktion der Aktie und Blick auf die Bilanz
Im NASDAQ-Handel verlor die D-Wave-Quantum-Aktie 1,08 Prozent auf 19,32 US-Dollar, eine verhaltene Reaktion auf die Kooperationsmeldung. Tags zuvor gab das Papier noch um 6,42 Prozent auf 19,53 US-Dollar nach.
Nichtsdestotrotz bewertet der Analystenkonsens aus 15 Häusern die Aktie mit "Strong Buy" bei einem mittleren Kursziel von 35,79 US-Dollar und einer Spanne von 22 bis 43 US-Dollar. Mizuho Securities hatte am 11. August ein Kursziel von 29 US-Dollar bei einer Kaufempfehlung vergeben, während Roth MKM sein Ziel Anfang August auf 30 US-Dollar von zuvor 40 US-Dollar senkte und Canaccord Genuity von 41 auf 35 US-Dollar zurücknahm, beide bei bestehender Kaufeinstufung.
Geschäftlich bleibt D-Wave Quantum ein Unternehmen im Umbruch: Für das zweite Quartal 2026 meldete das Unternehmen am 6. August 2026 einen nahezu unveränderten Umsatz von 3,1 Millionen US-Dollar sowie einen auf 48,0 Millionen US-Dollar reduzierten Nettoverlust gegenüber 167,3 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Das Auftragsvolumen für das erste Halbjahr 2026 stieg auf 35,5 Millionen US-Dollar, ein Plus von 1.120 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, unter anderem getragen von einem Systemvertrag über 20 Millionen US-Dollar. Zum 30. Juni 2026 verfügte D-Wave Quantum über liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere von 546,2 Millionen US-Dollar.
Benedict Kurschat, Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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