Ökostromlobby fordert höhere Ausbauziele im EEG
BERLIN (Dow Jones)--Die Betreiber von Ökostromanlagen haben Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) aufgefordert, in der anstehenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) deutlich ambitionierte Ausbauziele festzulegen. Angesichts des Atom- und Kohleausstiegs sei es "dringend nötig Korrekturen vorzunehmen, um Strom-Erzeugungslücken zu vermeiden und das Energiesystem der Zukunft auf den Weg zu bringen", heißt es in einem Positionspapier des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). BEE-Präsidentin Simone Peter forderte eine Rechtsrahmung, die das Ökostromziel von 65 Prozent bis 2030 "endlich ernsthaft in den Blick nimmt".
Dabei ist der BEE skeptisch, ob mit den aktuellen Vorgaben und dem Klimaschutzprogramm 2030 die Klimaziele überhaupt erreicht werden können. Umso wichtiger sei bei der für Herbst erwarteten EEG-Reform eine Anpassung der Ausbaupfade. Bei der Windkraft an Land soll demnach die jährlich installierte Leistung von derzeit im EEG 2017 verankerten 2,9 Gigawatt auf 4,7 Gigawatt erhöht werden. Das entspricht nach heutigen Anlagengrößen etwa 900 neuen Windrädern.
Bei Offshore-Wind nennt der Verband jährlich 2 Gigawatt - was den Planungen der Bundesregierung entspricht, 20 Gigawatt zusätzlich bis 2030 zu installieren. Für die Photovoltaik fordert der Verband eine Vervierfachung von jährlich 2,5 auf 10 Gigawatt, bei der Biomasse eine Verdreifachung von 0,2 auf 0,6 Gigawatt.
Nötig sei auch eine Absenkung der EEG-Umlage sowie eine Anpassung der Strom-Annahmen für 2030. "Die Bundesregierung unterschätzt diesen Strombedarf", sagte Peter. Allein wegen des geplanten Markthochlaufs von Wasserstoff ergebe sich ein zusätzlicher Ökostrombedarf von 20 Terawattstunden, heißt es in dem Positionspapier. Altmaiers Haus hielt zuletzt jedoch an den Annahmen fest, dass der Stromverbrauch bis 2030 etwa dem vor der Corona-Krise entsprechen werde.
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August 31, 2020 04:27 ET (08:27 GMT)