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23.06.26 14:21 Uhr

Allianz Trade Studie: 10 Jahre Brexit bremst britische Wirtschaft -

und deutschen Export

Hamburg (ots) -

- Britische Wirtschaft trotz Brexit stabil, aber Wirtschaftsleistung ohne Brexit

wäre heute 2-4 % höher

- Milliardenverluste durch schwächeren Handel - Warenaustausch zwischen der EU

und Großbritannien ein Fünftel niedriger als in einem hypothetischen

No-Brexit-Szenario

- Deutsche Exporteure verlieren Marktanteile, China und USA gewinnen hinzu

- Stärkere Annäherung zwischen EU und Großbritannien könnte Handelsdynamik

beschleunigen und der EU Exportgewinne von etwa 28 Mrd. EUR ermöglichen

- Insel der Planungsunsicherheit: Politische Instabilität birgt wirtschaftliche

Risiken

Zehn Jahre nach dem Brexit zeigt sich die britische Wirtschaft insgesamt robust,

bleibt aber deutlich hinter ihrem Potenzial zurück. Zu diesem Ergebnis kommt

eine aktuelle Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade.

Das hat auch Folgen für Deutschland und die Europäische Union (EU), die mit

einer dauerhaft geringeren Handelsdynamik, stärkerem Wettbewerb und hoher

Unsicherheit durch die anhaltende politische Instabilität kämpfen.

Resilienz ohne Revival: Britische Wirtschaft wächst solide, aber unter Potenzial

"Der befürchtete Brexit-Kollaps blieb aus - der Befreiungsschlag aber auch",

sagt Maxime Darmet, Senior Volkswirt bei Allianz Trade. "Der Preis, den die

Briten mit dem Brexit bezahlen, ist kein punktueller Einbruch, sondern ein

dauerhafter Wachstumsverlust. Die Wirtschaft ist weiterhin stabil und seit 2016

durchschnittlich 1,4 % pro Jahr gewachsen - allerdings ist das deutlich unter

dem eigentlichen Potenzial vor dem Brexit. Ohne den Brexit wäre die britische

Wirtschaftsleistung heute 2-4 % höher."

Für die geringere Dynamik zeichnen vor allem geringere Investitionen, schwache

Produktivitätszuwächse und zunehmende Handelshemmnisse verantwortlich. Darunter

leiden auch deutsche und europäische Exporteure.

Einbußen im deutschen Exportgeschäft: Schwächerer Handel führt zu

Milliardenverlusten

"Der Brexit hat - wenig überraschend - zu Milliardenverlusten im Handel geführt,

insbesondere der Handel mit der EU wurde ausgebremst. Er liegt rund 21 Prozent

unter einem Szenario ohne Brexit", sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in

Deutschland Österreich und der Schweiz. "Für deutsche Exporteure ist

Großbritannien seit dem Brexit kein Selbstläufer mehr, sie kämpfen mit mehr

Bürokratie, höheren Kosten und vor allem stärkerer Konkurrenz. Sie mussten

empfindliche Einbußen bei den Exporten und Marktanteilen hinnehmen, während

Konkurrenten aus China und den USA hinzugewonnen haben."

Besonders betroffen sind klassische Exportbranchen wie Maschinenbau, Automobil

und Chemie, die traditionell eng in britische Wertschöpfungsketten eingebunden

waren.

Annäherungsversuche bieten Chancen: Deutschland könnte Exportgewinne realisieren

Ein neues Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien könnte die

Brexit-Verluste teilweise umkehren.

"Eine stärkere Annäherung zwischen EU und Großbritannien könnte dem bilateralen

Handel einen dynamischen Schub geben und auf EU-Seite jährliche Handelsgewinne

von umgerechnet über 28 Mrd. EUR ermöglichen, davon knapp 7 Mrd. EUR für

Deutschland - insbesondere in Schlüsselindustrien wie Automobil oder

Lebensmittel", sagt Darmet.

Vorteil Deutschland: Investitionen und Industrie könnten profitieren

Auch bei Investitionen und Industrie könnten EU-Standorte profitieren:

Großbritannien kämpft mit höheren Handels- und Regulierungskosten und in der

Folge wandern Investitionen zurück in die EU. Die Energiepreise sind im

Vereinigten Königreich ebenfalls höher. Das belastet die Industrie und macht

Investitionen unattraktiver. Zudem erhöht der europäische CO2-Grenzausgleich

(CBAM) künftig die Kosten für britische Exporte zusätzlich.

"Gerade energieintensive Industrien schauen sich wieder stärker innerhalb des

EU-Binnenmarkts um", sagt Darmet. "Das stärkt Standorte wie Deutschland - trotz

der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen."

10 Jahre nach dem Brexit: politische Unsicherheit bleibt

Die politische Unsicherheit in London verschärft wirtschaftliche Risiken

"Die wirtschaftlichen Herausforderungen erfordern langfristige Reformen -

politische Instabilität erschwert genau das", sagt Darmet. "Die

Planungsunsicherheit auf der Insel bleibt damit auch weiterhin bestehen der

Brexit hat diesen Trend noch verstärkt."

Die vollständige Studie finden Sie hier:

https://bit.ly/43QgjpG

Allianz Trade ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und

anerkannter Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz

gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfügt über mehr als 100

Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an,

um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.

Über das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die

Allianz Trade Gruppe täglich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen

kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen und hat sofortigen Zugriff

auf die Daten von 289 Mio. Unternehmen in mehr als 160 Ländern. Insgesamt

umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen

Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.

Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und

gibt den weltweit über 75.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre Geschäfte

und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating

von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im

Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.

Das Unternehmen ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.900

Mitarbeiter weltweit. 2025 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen

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Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.

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