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Allianz Trade Studie: Zahlungsmoral in Deutschland verschlechtert sich

Hamburg (ots) -

- Zahlungsmoral: Unternehmen müssen in Deutschland immer länger auf ihr Geld

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warten

- Gleichzeitig bezahlen deutsche Unternehmen Lieferanten rund zwei Wochen

schneller als der Durchschnitt in Westeuropa

- 2026: Spielraum sinkt, Weitere Verschlechterung erwartet

Der weltweit führende Kreditversicherer Allianz Trade hat heute seine jährliche

Studie zur Zahlungsmoral vorgelegt. Die Studie konzentriert sich darauf, wie

lange Unternehmen benötigen, um ausgegebene Mittel im operativen Geschäft in

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eingezogene Mittel aus Verkäufen umzuwandeln. Dazu analysiert Allianz Trade den

sogenannten "Cash Collection Cycle" (CCC)[1] sowie die "Days of Sales

Outstanding" (DSO)[2].Weltweit benötigen Unternehmen 67 Tage[3], um ausgegebene

Mittel in eingezogene Mittel umzuwandeln. Damit stieg der globale CCC im Jahr

2025 erneut an (+0,5 Tage) und scheint sich auf einem strukturell hohen Niveau

eingependelt zu haben. Der eigentliche Treiber sind die Lagerbestände, da

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Unternehmen von der "Just-in-Time"-Effizienz hin zu einer

"Just-in-Case"-Resilienz übergehen.

Deutschland: Zahlungsmoral verschlechtert sich, Hamstern ist weiter in

Auch in Deutschland hat sich der CCC um knapp zwei Tage verschlechtert und lag

2025 auf einem vergleichsweise hohem Niveau bei 79 Tagen (+1,8 Tage). Das ist

etwa 16 Tage länger als der regionale Durchschnitt in Westeuropa (63 Tage). Die

Bereiche Computer/Telekommunikation, Elektronik, Papier und Pharmazeutika

verzeichneten den längsten CCC.

"In Deutschland dauert es vergleichswiese lang, bis Unternehmen ihre Ausgaben

wieder hereinholen", sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland,

Österreich und der Schweiz. "Das liegt unter anderem daran, dass sich die

Zahlungsmoral verschlechtert hat und immer mehr Lageraufbau stattfindet."

Deutsche Unternehmen in der Zange: Lieferanten bekommen Geld schnell

Die verschlechterte Zahlungsmoral zeigt sich in längeren Zahlungsfristen: Die

DSO stiegen in Deutschland 2025 um +2,8 Tage auf 55 Tage. Der zunehmende

Lageraufbau zeigt sich in den längeren "Days Inventory Outstanding" (DIO)[4],

die um 0,9 Tage auf 58 Tage angestiegen sind. Dies wird nur teilweise durch

verlängerte Zahlungsfristen gegenüber Lieferanten ausgeglichen. Die "Days

Payable Outstanding" (DPO) haben sich zwar um +1,9 Tage auf 35 Tage verlängert,

befinden sich in Deutschland aber weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.

Ausblick 2026: Weitere Verschlechterung von Zahlungsmoral und CCC erwartet

"Deutsche Unternehmen erhalten ihr Geld immer später, Lieferanten werden im

Schnitt aber nach 35 Tagen bezahlt - das sind 14 Tage eher als im regionalen

Durchschnitt in Westeuropa", sagt Bogaerts. "Die Unternehmen haben dadurch

allerdings nur sehr begrenzten Spielraum, Zahlungsabflüsse durch eine

Verlängerung der Zahlungsfristen gegenüber Lieferanten abzufedern. Der Kreislauf

ist deshalb stark anfällig für eine weitere Verschlechterung von

Zahlungsverhalten (DSO) und Lagerhaltung (DIO). Wir gehen davon aus, dass der

CCC im Jahr 2026 weiter um 4 Tage auf 83 Tage steigt."

Höhere Lagerbestände erhöhen die Widerstandsfähigkeit, belasten jedoch die

Liquiditätsrealisierung

Der globale CCC stieg im Jahr 2025 moderat um einen halben Tag an. Er liegt nun

bei 67 Tagen Umsatz, etwa +3 Tage über seinem 10-Jahres-Durchschnitt und nahe

seinem Höchststand von 2023 (68 Tage). Dieser Trend zeigt keine Anzeichen einer

Abschwächung und wird in erster Linie durch die Bemühungen der Unternehmen

getrieben, ihre Widerstandsfähigkeit durch größere Lagerbestände zu stärken.

"Die Lagerhaltung, gemessen anhand der Days Inventory Outstanding, erklärt

mittlerweile fast 80 % des CCC-Niveaus", sagt Maxime Lemerle, Leiter der

Insolvenzforschung bei Allianz Trade. "Dies spiegelt einen grundlegenden Wandel

im Verhalten der Unternehmen wider: Sie bewegen sich weg von der

'Just-in-Time'-Effizienz hin zur 'Just-in-Case'-Resilienz. Durch den Aufbau

größerer Lagerbestände binden Unternehmen mehr Kapital in Waren, die

voraussichtlich nicht schnell in Bargeld umgewandelt werden können. Im Gegenzug

haben sie dadurch mehr Sicherheit und Flexibilität in der Lieferkette angesichts

geopolitischer Unsicherheiten, Lieferkettenunterbrechungen und einer

Fragmentierung des Handels. Mit anderen Worten: Lieferketten werden nicht mehr

nur unter Kostenaspekten optimiert. Sie sind zunehmend auf Sicherheit,

Widerstandsfähigkeit und Handlungsspielraum ausgelegt."

Laut Allianz Trade erreichte die globale DIO im Jahr 2025 53 Tage - ein Wert,

der im Vergleich zu 2024 recht stabil ist, aber deutlich über dem Durchschnitt

vor der Pandemie (48 Tage) liegt. Vor diesem Hintergrund übt die DSO keinen

zusätzlichen Druck auf den Cashflow der Unternehmen aus: Die weltweiten

Zahlungsfristen stiegen im vergangenen Jahr leicht auf 56,5 Tage (+0,3 Tage) an,

bleiben seit 2022 auf diesem Niveau stabil und liegen immer noch 3 Tage unter

dem Niveau vor der Pandemie.

Globaler Ausblick: Was ist für 2026 zu erwarten?

Allianz Trade erwartet für 2026 einen begrenzten Anstieg des CCC. Erstens

verfügen die vom US-Iran-Konflikt am stärksten betroffenen Sektoren nur über

begrenzten Spielraum, um einen weiteren Anstieg des DIO aufzufangen, bevor der

Finanzierungsbedarf in den Notbereich gerät. Zweitens dürfte der Schock

teilweise durch anhaltende Ausgaben des Privatsektors für KI-Infrastruktur und

Rechenzentren ausgeglichen werden, was die Branchen Computer & Telekommunikation

sowie Software & IT stützt und dafür sorgt, dass ein bedeutender Teil der

Wirtschaft auf einem sich verkürzenden oder im schlimmsten Fall stagnierenden

Kurs bleibt.

"Unter diesen Annahmen dürften Maßnahmen zur Neubewertung der Energiesicherheit,

strategischer Vorräte und der Widerstandsfähigkeit der Lieferketten zusammen mit

den direkten Auswirkungen des Konflikts den globalen DIO um rund 2 Tage in die

Höhe treiben. Wir schätzen, dass jeder zusätzliche Tag DIO weltweit zu

zusätzlichen 1,16 Tagen beim CCC führt. Dies ist weit entfernt von dem, was nach

dem Schock von 2022 zu beobachten war, als der CCC um 5 Tage anstieg", sagt

Lemerle.

Die vollständige Studie (ENG, pdf) finden Sie hier:

https://www.allianz-trade.de/content/dam/onemarketing/aztrade/allianz-trade_de/d

okumente/2026-07-16-global-dso-azt.pdf

[1] Der Cash Collection Cycle (CCC) misst, wie lange es dauert, bis eine für den

Betrieb aufgewendete Bareinheit in aus Verkäufen eingenommene Barmittel

umgewandelt wird.

[2] Die Days of Sales Outstanding (DSO) messen die Zeitspanne in Tagen, die

zwischen Rechnungslegung und -bezahlung liegen, also Zeit, die benötigt wird, um

Zahlungen von Kunden einzuziehen.

[3] Die Berechnungen der Werte basieren auf den bei LSEG verfügbaren Finanzdaten

börsennotierter Unternehmen aus 55 Ländern, d. h. rund 25.000 Unternehmen, wobei

der Schwerpunkt auf Unternehmen liegt, die erweiterte Finanzdaten (Gewinn- und

Verlustrechnung sowie Bilanz) veröffentlichen. Jahreswerte und Veränderungen

werden aus der Abfolge von Quartalszahlen berechnet, wobei ein gleitender

Durchschnitt über vier Quartale anstelle eines Vorjahresvergleichs verwendet

wird, um buchhalterische Verzerrungen wie "Window-Dressing" und große

Lieferungen zum Periodenende zu glätten. Im Vergleich zu früheren Ausgaben sind

wir von einem Mittelwert- zu einem Medianansatz übergegangen, um den Einfluss

von Ausreißern zu begrenzen (wodurch die meisten Zahlen gesenkt wurden), und

haben die Aufschlüsselung an unsere interne 20-Sektoren-Nomenklatur angepasst

(von 22). Die globalen und regionalen Zahlen aggregieren alle Unternehmen aller

Länder, anstatt regionale oder nationale Mittelwerte zu mitteln, um die

geschäftliche und wettbewerbliche Realität besser widerzuspiegeln. Für das Jahr

2025 verteilt sich die Stichprobe wie folgt: 53 % Asien, 19 % Nordamerika, 15 %

Westeuropa, 7 % Naher Osten und Afrika, 4 % Südamerika und 2 % Osteuropa. Alle

Zahlen beziehen sich auf den Stand vom 1. Juni 2026.

[4] Die Days Inventory Outstanding (DIO) messen, wie lange Barmittel in

Lagerbeständen gebunden sind.

Allianz Trade ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und

anerkannter Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz

gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfügt über mehr als 100

Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an,

um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.

Über das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die

Allianz Trade Gruppe täglich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen

kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen und hat sofortigen Zugriff

auf die Daten von 289 Mio. Unternehmen in mehr als 160 Ländern. Insgesamt

umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen

Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.

Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und

gibt den weltweit über 75.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre Geschäfte

und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating

von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im

Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.

Das Unternehmen ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.900

Mitarbeiter weltweit. 2025 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen

konsolidierten Umsatz von EUR 4 Milliarden und versicherte weltweit

Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.

Weitere Informationen auf http://www.allianz-trade.de

Hinweis bezüglich zukunftsgerichteter Aussagen

Die in dieser Meldung enthaltenen Informationen können Aussagen über zukünftige

Erwartungen und andere zukunftsgerichtete Aussagen enthalten, die auf aktuellen

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oder Ereignisse können aufgrund verschiedener Faktoren von solchen

zukunftsgerichteten Aussagen beträchtlich abweichen. Zu solchen Faktoren gehören

u.a.: (i) die allgemeine konjunkturelle Lage einschließlich der

branchenspezifischen Lage für das Kerngeschäft bzw. die Kernmärkte der

Allianz-Gruppe, (ii) die Entwicklung der Finanzmärkte einschließlich der

"Emerging Markets" einschließlich Marktvolatilität, Liquidität und

Kreditereignisse, (iii) die Häufigkeit und das Ausmaß der versicherten

Schadenereignisse einschließlich solcher, die sich aus Naturkatastrophen

ergeben; daneben auch die Schadenkostenentwicklung, (iv) Stornoraten, (v) Ausmaß

der Kreditausfälle, (vi) Zinsniveau, (vii) Wechselkursentwicklungen

einschließlich des Wechselkurses EUR-USD, (viii) Entwicklung der

Wettbewerbsintensität, (ix) gesetzliche und aufsichtsrechtliche Änderungen

einschließlich solcher bezüglich der Währungskonvergenz und der Europäischen

Währungsunion, (x) Änderungen der Geldpolitik der Zentralbanken bzw.

ausländischer Regierungen, (xi) Auswirkungen von Akquisitionen, einschließlich

der damit verbundenen Integrationsthemen, (xii) Umstrukturierungsmaßnahmen,

sowie (xiii) allgemeine Wettbewerbsfaktoren jeweils in einem örtlichen,

regionalen, nationalen oder internationalen Rahmen. Die

Eintrittswahrscheinlichkeit vieler dieser Faktoren kann durch Terroranschläge

und deren Folgen noch weiter steigen. Das Unternehmen übernimmt keine

Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.

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